Pflege zuhause: Warum Angehörige überlastet sind

· Margareta Schaffars · Aktualisiert:

Pflege zuhause – überlastete pflegende Angehörige brauchen Hilfe

Der Großteil der Pflege in Deutschland findet zu Hause statt – getragen von Angehörigen, die zunehmend an ihre Grenzen kommen. Die Belastung wächst, doch es gibt wirksame Entlastung.

Warum die Belastung steigt

Mehr pflegebedürftige Menschen, fehlende Fachkräfte, lange Wege und die Doppelbelastung aus Beruf und Pflege treffen zusammen. Viele Angehörige reduzieren ihre Arbeitszeit oder geben den Beruf auf – mit finanziellen Folgen.

Welche Folgen drohen

  • gesundheitliche Erschöpfung bis zum Burnout
  • finanzielle Einbußen und Altersarmut
  • soziale Isolation

Welche Hilfe es gibt

Nutzen Sie Ihre Ansprüche: Verhinderungspflege/Entlastungsbudget, Sonderurlaub bzw. Pflegezeit und eine Reha für sich selbst. Voraussetzung ist meist mindestens Pflegegrad 2.

Verlässliche Entlastung

Eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause sichert die Versorgung und gibt Ihnen Ihr Leben zurück. Unverbindlich anfragen: Bedarfsfragebogen. Infos: Bundesgesundheitsministerium.

Häufige Fragen von pflegenden Angehörigen

Wie überzeuge ich meine Geschwister davon, eine Betreuungskraft für Mama ins Haus zu holen?

Führen Sie die Diskussion nicht über Gefühle, sondern über Zahlen und Termine: Wie viele Stunden pro Woche übernimmt aktuell wer? Was passiert bei Ihrem nächsten Urlaub oder einer Grippe? Notieren Sie eine Woche lang den realen Aufwand – das wirkt stärker als jedes Argument. Rechnen Sie den Eigenanteil nach Abzug des Pflegegeldes gemeinsam durch und laden Sie alle zu einem Beratungsgespräch ein, damit niemand das Gefühl hat, überstimmt zu werden.

Was tun, wenn ich als pflegender Angehöriger nicht mehr kann?

Warten Sie nicht bis zum Zusammenbruch. Kurzfristig entlasten Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege, mittelfristig eine Reha für pflegende Angehörige. Die kostenlose Pflegeberatung nach § 7a SGB XI steht Ihnen ebenso zu wie eine Auszeit über die Pflegezeit. Wer dauerhaft rund um die Uhr gebraucht wird, kommt an einer dauerhaften Lösung nicht vorbei – das ist kein Versagen, sondern Planung.

Welche Entlastung steht pflegenden Angehörigen zu?

Ab Pflegegrad 2 bestehen Ansprüche auf Verhinderungspflege, Kurzzeitpflege und das gemeinsame Entlastungsbudget; der Entlastungsbetrag steht bereits ab Pflegegrad 1 zu. Dazu kommen Pflegekurse, die Rentenversicherung der Pflegeperson und arbeitsrechtliche Freistellungen. Viele dieser Leistungen verfallen, wenn sie nicht abgerufen werden – ein Anruf bei der Pflegekasse lohnt sich.

Stand: September 2026. Angaben ohne Gewähr – Einzelheiten bestätigt Ihre Pflegekasse.

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