Häusliche Pflege 2026: Möglichkeiten, Leistungen der Pflegekasse und Kosten

Pflege zu Hause hat viele Formen — Angehörige, ambulanter Pflegedienst, eine Betreuungskraft im Haushalt oder alles zusammen. Hier steht, was es gibt, was die Pflegekasse 2026 je Pflegegrad zahlt und wie Sie die Versorgung Schritt für Schritt organisieren.

Kurz & klar

Häusliche Pflege ist die Versorgung eines pflegebedürftigen Menschen in seiner eigenen Wohnung — durch Angehörige, einen ambulanten Pflegedienst, eine im Haushalt lebende Betreuungskraft oder eine Kombination davon. Die Pflegekasse unterstützt ab Pflegegrad 2 mit Pflegegeld oder Pflegesachleistung, ab Pflegegrad 1 mit dem Entlastungsbetrag von 131 € im Monat; dazu kommen Tages- und Nachtpflege sowie der gemeinsame Jahresbetrag von 3.539 € für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege. Medizinische Behandlungspflege — etwa Injektionen oder Wundversorgung — übernimmt ein Pflegedienst auf ärztliche Verordnung, abgerechnet über die Krankenkasse.

Die Möglichkeiten

Welche Formen der häuslichen Pflege gibt es?

Keine Form ist „die richtige" — entscheidend ist, wie viel Hilfe über den Tag und in der Nacht gebraucht wird, ob medizinische Versorgung nötig ist und wie viel Angehörige selbst leisten können. In der Praxis werden die Formen oft kombiniert.

Formen der häuslichen Pflege im Vergleich
Form Wer pflegt Was die Kasse zahlt Passt, wenn …
Pflege durch Angehörige Familie, Partner, Nachbarn Pflegegeld zur freien Verwendung Angehörige haben Zeit und Kraft für den Alltag
Ambulanter Pflegedienst Pflegefachkräfte zu festen Einsatzzeiten Pflegesachleistung; Behandlungspflege auf ärztliche Verordnung über die Krankenkasse Hilfe zu bestimmten Zeiten genügt, medizinische Versorgung nötig
24-Stunden-Betreuung im Haushalt Betreuungskraft, die im Haushalt mitlebt Pflegegeld kann für die Betreuung eingesetzt werden Hilfe wird über den Tag verteilt und nachts gebraucht
Tages- oder Nachtpflege Einrichtung, stundenweise außer Haus Eigenes Budget, zusätzlich zu Pflegegeld oder Sachleistung Angehörige arbeiten tagsüber oder brauchen Entlastung
Kombination z. B. Betreuungskraft plus Pflegedienst Kombinationsleistung: Pflegegeld und Sachleistung anteilig Alltag und medizinische Versorgung zugleich gebraucht
Leistungen 2026

Was zahlt die Pflegekasse für häusliche Pflege 2026?

Monatliche Leistungen der Pflegeversicherung für die häusliche Pflege je Pflegegrad, Stand 2026
Pflegegrad Pflegegeld (§ 37) Pflegesachleistung (§ 36) Tages-/Nachtpflege (§ 41) Entlastungsbetrag (§ 45b)
Pflegegrad 1 — — — 131 €
Pflegegrad 2 347 € bis 796 € bis 721 € 131 €
Pflegegrad 3 599 € bis 1.497 € bis 1.357 € 131 €
Pflegegrad 4 800 € bis 1.859 € bis 1.685 € 131 €
Pflegegrad 5 990 € bis 2.299 € bis 2.085 € 131 €

Pflegegeld und Pflegesachleistung schließen sich nicht aus: Über die Kombinationsleistung nutzen Sie beide anteilig — wer zum Beispiel 40 % der Sachleistung abruft, erhält noch 60 % des Pflegegeldes. Tages- und Nachtpflege laufen über ein eigenes Budget und kürzen Pflegegeld oder Sachleistung nicht. Hinzu kommen der gemeinsame Jahresbetrag von 3.539 € für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bis 42 € im Monat und bis zu 4.180 € je Maßnahme für die Anpassung der Wohnung.

Mehr zu den einzelnen Bausteinen: Verhinderungspflege 2026 und Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI.

Wer macht was

Grundpflege, Betreuung und Behandlungspflege — wer übernimmt was?

  • Grundpflege: Unterstützung am Körper im Alltag — Waschen, Ankleiden, Toilettengang, Mobilisation. Das übernehmen Angehörige, ein Pflegedienst oder eine Betreuungskraft im Haushalt.
  • Betreuung und Hauswirtschaft: Gesellschaft, Beschäftigung, Kochen, Einkaufen, Begleitung zu Terminen, Aufsicht in der Nacht — der größte Teil dessen, was zu Hause täglich anfällt.
  • Behandlungspflege: ärztlich verordnete medizinische Leistungen wie Injektionen, Wundversorgung, Katheter- und Stomapflege. Sie sind Pflegefachkräften vorbehalten und werden vom ambulanten Pflegedienst erbracht, abgerechnet über die Krankenkasse.

Eine Betreuungskraft im Haushalt und ein ambulanter Pflegedienst schließen sich nicht aus, sie ergänzen sich. Wo genau die Grenze verläuft, beschreiben wir auf der Seite Was wir nicht leisten: Betreuung und Behandlungspflege.

Kosten

Was kostet häusliche Pflege?

Die Kosten hängen von der Form und vom Umfang ab. Pflege durch Angehörige kostet vor allem Zeit — die Pflegekasse zahlt dafür Pflegegeld. Ein ambulanter Pflegedienst rechnet seine Einsätze nach den mit den Pflegekassen vereinbarten Leistungen ab; bis zur Höhe der Pflegesachleistung zahlt die Kasse direkt, darüber hinaus zahlen Sie selbst. Behandlungspflege auf ärztliche Verordnung trägt die Krankenkasse.

Eine 24-Stunden-Betreuung über unsere Agentur beginnt bei 2.770 € im Monat vor Abzug des Pflegegeldes. Bei Pflegegrad 3 bleibt nach dem Pflegegeld ein Eigenanteil ab rund 2.171 € im Monat; dazu kommt die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen. Alle Rechenbeispiele und einen Kostenrechner finden Sie auf der Seite 24-Stunden-Pflege Kosten.

So gehen Sie vor

Häusliche Pflege organisieren — Schritt für Schritt

  1. Pflegegrad beantragen. Der Antrag geht an die Pflegekasse; danach begutachtet der Medizinische Dienst. Leistungen gibt es ab dem Monat der Antragstellung.
  2. Beratung nutzen. Pflegestützpunkte und die Pflegeberatung der Kasse helfen kostenlos, die passenden Leistungen zusammenzustellen.
  3. Bedarf über den Tag ehrlich einschätzen. Reichen feste Einsatzzeiten, oder wird Hilfe über den ganzen Tag und in der Nacht gebraucht? Daran entscheidet sich, ob Pflegedienst, Betreuungskraft oder beides passt.
  4. Wohnung anpassen. Haltegriffe, ein bodengleicher Duschbereich oder ein Treppenlift — die Pflegekasse bezuschusst Maßnahmen mit bis zu 4.180 € je Maßnahme.
  5. Entlastung einplanen. Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, Tagespflege und der Entlastungsbetrag sind dafür da, dass pflegende Angehörige nicht ausbrennen.
Wobei wir helfen

Häusliche Pflege mit einer Betreuungskraft im Haushalt

Wir vermitteln seit 2010 aus Wertheim Betreuungskräfte, die im Haushalt mitleben und Grundpflege, Hauswirtschaft und Gesellschaft übernehmen — für Familien im Main-Tauber-Kreis, in Unterfranken und darüber hinaus. Einen ambulanten Pflegedienst ersetzen wir nicht: Behandlungspflege bleibt beim Pflegedienst, mit dem sich die Betreuung gut kombinieren lässt.

Wie die Betreuung im Alltag aussieht, lesen Sie unter Betreuung zu Hause; ob die Versorgung zu Hause oder ein Heim besser passt, vergleichen wir ehrlich unter 24-Stunden-Pflege vs. Pflegeheim.

Welche Wege zu einer Betreuungskraft im Haushalt legal sind und was sie kostet, steht auf der Seite Private Pflegekraft für zuhause.

Kostenlose Erstberatung  oder direkt anrufen: +49 9342 9151977

Häufige Fragen

Häusliche Pflege — Ihre Fragen

Häusliche Pflege ist die Versorgung eines pflegebedürftigen Menschen in seiner eigenen Wohnung statt in einem Heim — durch Angehörige, einen ambulanten Pflegedienst, eine im Haushalt lebende Betreuungskraft oder eine Kombination davon. Die Pflegekasse unterstützt sie mit Pflegegeld, Pflegesachleistung, Entlastungsbetrag, Tages- und Nachtpflege sowie Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Ab Pflegegrad 2 gibt es Pflegegeld von 347 € bis 990 € im Monat oder Pflegesachleistung für einen Pflegedienst von bis zu 796 € bis 2.299 €; beides lässt sich anteilig kombinieren. Ab Pflegegrad 1 kommt der Entlastungsbetrag von 131 € im Monat hinzu, ab Pflegegrad 2 außerdem Tages- und Nachtpflege mit eigenem Budget und der gemeinsame Jahresbetrag von 3.539 € für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Ja, über die Kombinationsleistung. Wer zum Beispiel 40 % der Sachleistung über einen Pflegedienst abruft, erhält noch 60 % des Pflegegeldes. Bei Pflegegrad 3 beträgt die volle Sachleistung bis zu 1.497 € im Monat.

Medizinische Behandlungspflege — etwa Injektionen, Wundversorgung, Katheter- oder Stomapflege — verordnet die Ärztin oder der Arzt als häusliche Krankenpflege; die Kosten trägt die Krankenkasse, nicht die Pflegekasse. Erbracht wird sie von Pflegefachkräften eines ambulanten Pflegedienstes.

Nein. Eine Betreuungskraft übernimmt Grundpflege, Hauswirtschaft und Gesellschaft. Behandlungspflege bleibt Pflegefachkräften des ambulanten Pflegedienstes vorbehalten. Erlaubt ist, an Medikamente zu erinnern und bei der Einnahme zu unterstützen, etwa den vom Pflegedienst gestellten Wochendispenser zu reichen. Pflegedienst und Betreuungskraft lassen sich im selben Haushalt kombinieren.

Ja. Das Pflegegeld steht zur freien Verwendung und kann für eine Betreuungskraft im Haushalt eingesetzt werden; es wird dadurch weder angerechnet noch gekürzt. Was nach dem Pflegegeld als Eigenanteil bleibt, rechnen wir auf der Seite zu den Kosten der 24-Stunden-Pflege vor.

Das hängt davon ab, wie viel Hilfe über den Tag und in der Nacht gebraucht wird, wie viel medizinische Versorgung nötig ist und ob die Wohnung sich anpassen lässt. Viele Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause bleiben; mit Pflegedienst, Betreuungskraft und Entlastungsangeboten gelingt das oft auch bei höherem Pflegegrad. Einen ehrlichen Vergleich der Kosten und Bedingungen finden Sie auf unserer Seite 24-Stunden-Pflege vs. Pflegeheim.

Quellen & Rechtsgrundlagen

  1. Pflegesachleistung: § 36 SGB XI — Einsätze ambulanter Pflegedienste (Abruf: 10/2026)
  2. Pflegegeld: § 37 SGB XI — Pflege durch selbst beschaffte Pflegepersonen (Abruf: 10/2026)
  3. Kombinationsleistung: § 38 SGB XI — Pflegegeld und Sachleistung anteilig (Abruf: 10/2026)
  4. Tages- und Nachtpflege: § 41 SGB XI — teilstationäre Pflege, eigenes Budget (Abruf: 10/2026)
  5. Entlastungsbetrag: § 45b SGB XI — 131 € monatlich ab Pflegegrad 1 (Abruf: 10/2026)
  6. Häusliche Krankenpflege: § 37 SGB V — Behandlungspflege auf ärztliche Verordnung (Abruf: 10/2026)

Stand: Oktober 2026. Alle Angaben ohne Gewähr — im Einzelfall mit Pflegekasse, Krankenkasse bzw. Steuerberatung abstimmen.

Fachlich geprüft und verfasst von Margareta Schaffars, Inhaberin der Agentur in Wertheim — in der häuslichen Betreuung seit 2008, eigene Agentur seit 2010.

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