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Schuldgefühle von Angehörigen bei der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz

Die Betreuung und die Pflege von Menschen mit einer Demenzerkrankung verlangt einen großen Einsatz für die pflegenden Angehörigen. Nicht selten bedeutet dies eine Verfügbarkeit über 24 Stunden pro Tag und dies über Jahre hinweg. Diese permanente Belastung kann zu Gefühlen der Überforderung und damit verbunden auch zu Schuldgefühlen führen. Dies wiederum kann zu Schuldzuweisungen gegen sich selbst oder gegen die erkrankte Person führen. Für Außenstehende ist diese Entwicklung nicht immer ohne weiteres erkennbar.

Die objektive Schuld

Bei Schuldgefühlen kann es sinnvoll sein, subjektive Schuldgefühle von objektivem Fehlerhalten trennen zu lernen. Eine objektive Schuld entsteht immer dann, wenn pflegende Angehörige tatsächlich einen Fehler in der Pflege begehen. Dies kann etwa aufgrund der permanenten Überlastung oder aufgrund einer Überforderung der Fall sein. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, die objektive Schuld zu erkennen und zu benennen und die Situation anzunehmen. Dies ist der erste Schritt zur Entlastung bei Schuldgefühlen. Es kann im Falle von Fehlerverhalten auch sinnvoll sein, gegenüber der erkrankten Person eine Entschuldigung auszusprechen.

Die subjektive Schuld

Subjektive Schuldgefühle setzen kein objektives Fehlverhalten voraus. Sie können auftreten, wenn etwa die eigenen Bedürfnisse zu lange unterdrückt worden sind oder wenn die eigene Familie aufgrund der Pflegesituation vernachlässigt wurde. Nicht selten stellen Pflegende fest, dass sie zu hohe Erwartungen an sich selbst stellen. Der Erwartungsdruck kann aber auch von außen an die Pflegeperson herangetragen werden. In dieser Situation kann es eine Hilfe sein, wenn sich die pflegende Person vor Augen führt, dass die eigenen Bedürfnisse gerechtfertigt sind. Selbst die schwierigste Pflegesituation darf nicht zur Selbstaufgabe führen. Hier kann es auch sinnvoll sein, sich Hilfe von außen zu holen.

Schuldgefühle aufgrund von Überforderungen

Menschen, die eine erkrankte Person in der eigenen Familie pflegen, verfügen im Regelfall nicht über eine entsprechende Ausbildung. Sie geraten durch die neue Situation „einfach so“ in die Rolle des Pflegenden. Situationen der Überforderung sind da keine Seltenheit. Es ist dann keine Hilfe, sich selbst keine Fehler zu gestatten. Ja, Fehler sollten dann praktisch eine Selbstverständlichkeit sein. Alles andere führt zu Schuldgefühlen.

Wenn die Schuldgefühle nicht bewältigt werden

Das Verleugnen von Schuldgefühlen oder vom eigenen Fehlerverhalten ist keine Hilfe. Im Gegenteil: Das kann zu negativen Folgen führen. So werden erkrankte Angehörige überfürsorglich behütet, sie bekommen eine Unterstützung selbst für Handlungen, die sie noch selbst verrichten könnten. Manchmal entsteht durch verdrängte Schuldgefühle sogar der Wunsch, die erkrankte Person möge von ihrem „Leiden erlöst“ werden. Verdrängte Schuldgefühle können zu aggressivem Verhalten und zum Burnout führen. Wichtig ist, diese Gefühle zu verstehen und im Bedarfsfalle auch die entsprechende Hilfe anzufordern. So kann eine pflegende Person sich über die Kurzzeitpflege eine entsprechende Auszeit nehmen. In manchen Fällen kann auch therapeutische Hilfe von der Pflegeperson selbst in Anspruch genommen werden.

Die eigenen Bedürfnisse verstehen lernen

Jeder Mensch hat eigene Bedürfnisse. Dies gilt natürlich auch für pflegende Menschen. Machen Sie sich klar, dass Ihre eigenen Bedürfnisse legitim sind. Um für eine erkrankte Person eine gute Hilfe zu sein, müssen Sie mit Ihren eigenen Bedürfnissen im Reinen sein. Wer nicht mehr für sich selbst sorgt, ist auch als Pflegekraft keine gute Hilfe mehr. Nutzen Sie die Möglichkeiten des Gesprächs. Das kann Gespräch mit anderen Angehörigen in der Familie sein, mit der erkrankten Person oder auch das Gespräch in einer Selbsthilfegruppe. Wer sich religiös orientiert kann auch auf den geistlichen Seelsorger setzen. Natürlich können auch Psychotherapeuten eine gute Hilfe sein. Finden Sie in einem solchen Gespräch die Ursache für die Schuldgefühle heraus. Lernen Sie, die objektive Schuld und subjektive Schuldgefühle voneinander zu trennen. Und akzeptieren Sie, dass Sie auch Fehler machen. Ein sachlicher und objektiver Umgang mit den eigenen Fehlern hilft dabei, diese zu reduzieren. Wer die eigenen Fehler verdrängt, muss hingegen mit den Schuldgefühlen leben. Und kennt dann vermutlich nicht einmal die realen Hintergründe für diese.

Kommentare

Nicolas Fox 24.07.2022 22:24

Mir persönlich gefällt der detaillierte Beitrag sehr. Ich habe mir beim Durchlesen schon einige Informationen über das Pflegeheim aufgeschrieben. Vielen Dank für den erstklassigen Blog.

Christine 05.07.2022 12:37

Danke für euren Beitrag. Ihr habt darüber geschrieben, dass es unglaublich relevant ist, mit Schuldgefühlen richtig umzugehen und mit der zu pflegenden Person zu sprechen. Das sehe ich absolut genau so. Als wir in einer solchen Situation mit meiner Mutter waren, haben wir leider genau diesen Fehler begangen. Weitere Informationen von https://www.cura-lichtenfels.de/bad-staffelstein/ haben uns dann letztendlich weitergeholfen.


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    Patientenverfügungen bei Demenz

    Das Abfassen einer Patientenverfügung bedeutet die Auseinandersetzung mit Krankheit und ggf. auch mit dem eigenen Tod. Es ist nicht einfach, sich mit diesen Themen zu befassen und auch die eigene Vorstellung über ein Leben mit einer Demenzerkrankung kann zum Zeitpunkt des Verfassens einer Patientenverfügung zu unklaren Entscheidungen führen. Doch niemand ist verpflichtet, eine Patientenverfügung zu formulieren.

    Die rechtliche Grundlage

    Im Jahre 2009 wurde vom Bundestag erstmals die Reichweite und die Wirksamkeit von Patientenverfügungen definiert. Damit hat die Patientenverfügung an Bedeutung zugenommen. Mehr Menschen formulieren heute ihre Patientenverfügung und diese spielen in den Entscheidungsprozessen in den Krankenhäusern und den Pflegeeinrichtungen eine immer größere Rolle. Durch die Patientenverfügung können Sie schon vor einer Erkrankung oder im sehr frühen Stadium Wünsche für die spätere Versorgung formulieren. Patientenverfügungen sind im Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung eine besondere Herausforderung, denn es ist nicht einfach, sich das Leben mit einer Demenzerkrankung vorzustellen. Wie soll die richtige Entscheidung für eine solche Lebensphase getroffen werden?

    Das Gesetz schreibt die folgenden Mindestvoraussetzungen an eine Patientenverfügung vor:

    • Der Aussteller muss volljährig sein
    • Die Patientenverfügung sollte schriftlich abgefasst sein
    • Die Verfügung muss eigenhändig unterschrieben worden sein
    • Die Patientenverfügung kann jederzeit formlos widerrufen werden.

    Die Vorteile der Patientenverfügung

    Patientenverfügungen werden immer dann zu Rate gezogen, wenn eine erkrankte Person nicht mehr dazu in der Lage ist, pflegerischen oder medizinischen Behandlungsvorschlägen zuzustimmen oder sie abzulehnen. Die Patientenverfügung soll eine Hilfe sein, den Willen des Patienten durchzusetzen. Dabei sollte die Patientenverfügung nicht nur vermitteln, was der Patient nicht will. Es ist auch möglich, eigene Vorstellungen und Werte zu artikulieren. Es können auch persönliche Haltungen und Überzeugungen vermittelt werden. Sind diese Festlegungen formuliert, dann kann das für Menschen mit Demenz eine Beruhigung sein und für die Angehörigen eine Entlastung, weil eine gewisse Richtschnur für schwierige Entscheidungen vorgegeben ist.

    Die Grenzen einer Patientenverfügung

    Ist es wirklich möglich, sich die Situation des bevorstehenden Todes vorzustellen, solange man gesund ist? Inwiefern ändert sich der Wunsch, weiterleben zu wollen, wenn man unmittelbar mit der Krankheit konfrontiert ist. Verändert sich mit einer Krankheit die persönliche Vorstellung von einem lebenswerten Leben?

    Nicht wenige schwer kranke Menschen lernen es, sich mit Einschränkungen ihrer Mobilität und ihrer Selbstständigkeit zu arrangieren. Und dies auf eine Weise, wie sie sich das in Zeiten der Gesundheit vielleicht gar nicht vorstellen konnten. In diesem Falle ist eine Patientenverfügung im Grunde genommen nicht mehr aktuell. Der Wille der erkrankten Person mag sich durch die Krankheit geändert haben. Insbesondere im Zusammenhang mit einer Demenz können sich die Persönlichkeit, die Wünsche und die Wertvorstellungen eines Menschen verändern. Die Patientenverfügung, die im gesunden Zustand verfasst worden ist, trägt diesen Veränderungen dann nicht Rechnung. Wenn eine Patientenverfügung nicht mehr dem aktuellen Willen der erkrankten Person entspricht, dann kann dies Ärzte, Pflegekräfte und Angehörige in große Entscheidungsnöte bringen. Welche Entscheidungen sind zu treffen, wenn der Erkrankte auf nonverbale Weise das Gegenteil dessen signalisiert, was in der Patientenverfügung steht?

    Worauf sollten Sie beim Verfassen einer Patientenverfügung achten?

    Die Situationen, in denen eine Patientenverfügung zum Einsatz kommt, können vielfältig sein. Das kann etwa ein Unfall sein, oder eben auch eine Erkrankung. Das kann ein körperliches Leiden sein oder auch eine neurale Erkrankung. Das Verfassen einer Patientenverfügung bedeutet auch immer, sich mit dem Alter und mit möglichen Krankheiten auseinander zu setzen. Auch der Austausch mit der Familie und mit Freunden kann dabei hilfreich sein, die richtigen Entscheidungen für die Patientenverfügung zu treffen.

    Beachten Sie: Es ist ein Recht, eine Patientenverfügung zu erstellen, keine Pflicht. Wenn Sie zum Entschluss kommen, dass etwa eine Demenz und die damit verbundenen Entscheidungen im gesunden Zustand nicht ausreichend vorstellbar sind, dann können Sie auch darauf verzichten, eine solche Verfügung zu formulieren. Auch die Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung können Alternativen zur Patientenverfügung sein.

    Kommentare

    Chrisgerry 22.08.2022 16:45

    Zum Glück wird man in der heutigen Zeit darüber aufgeklärt und kann rechtszeitig Vorsorge treffen. Jetzt im Alter von 64 Jahren denke ich viel darüber nach, wie ich im Ernstfall entscheiden würde. Aber habe auch meine Bedenken, ob ich richtig entscheiden würde. Jedenfalls sollte man sich mit dem Thema auseinandersetzen.


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      Demenz im jüngeren Lebensalter

      Mit steigendem Lebensalter wächst auch das Risiko auf eine Demenzerkrankung. Tritt die Demenz immer nur im fortgeschrittenen Alter auf? Keinesfalls! Auch schon jüngere Menschen können unter einer Demenzerkrankung leiden. Tatsächlich sind 2% aller Menschen mit Demenz jünger als 65 Jahre.

      Die Statistik und der Einzelfall

      Wenn die Kugel beim Roulette Spiel fünfmal in eine rote Zahl gerollt ist, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass als nächstes eine schwarze Zahl kommt. Statistisch gesehen jedenfalls. Doch die Kugel hat keine Erinnerung an die vorigen Zahlen und weiß auch nicht viel von Statistiken. Jeder neue Wurf bedeutet wieder eine Chance 50 zu 50. Und so ähnlich ist das auch mit dem Auftreten einer Demenzerkrankung. 98% aller Menschen mit Demenz sind mindestens 65 Jahre alt. Doch das beruhigt die 2% der jüngeren Demenzfälle wenig. Im Alter zwischen 45 Jahren und 65 Jahren sind in Deutschland zwischen 20.000 und 24.000 Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen. Es ist also eine Chance von 1:1000 in diesem Alter unter einer Demenz zu leiden. Also sehr unwahrscheinlich. Und doch steht jeder Einzelfall große Herausforderungen.

      Herausforderungen für die Familie

      Bildet sich eine Demenzerkrankung vor dem Rentenalter heraus, dann stellt dies die Familie vor große Herausforderungen. Denn die Betroffene Person steht noch mitten im Berufsleben. Und es ist abzusehen, dass die Fertigkeiten zur Bewältigung des beruflichen Alltags abnehmen. Möglicherweise leben noch Kinder mit im Haus und die Familie hat sich auf finanzielle Verpflichtungen, wie etwa der Finanzierung einer Immobilie, eingelassen. Die frühe Demenz hat auch Folgen für die Ehe und die Partnerschaft. Vielleicht waren weitere Kinder in Planung? Nun wird aber ein Elternteil zunehmend von der Unterstützung der Familie abhängig. Kann eine Frührente beantragt werden? Oder ist zunächst eine anspruchslosere Tätigkeit im Betrieb möglich? Beide Entscheidungen führen in der Regel zu finanziellen Einbußen. Eine therapeutische Begleitung der Familie ist aufgrund der großen Belastung zu empfehlen.

      Die Diagnose einer frühen Demenz

      Demenzerkrankungen werden meistens erst im fortgeschrittenen Alter vermutet. Das macht die Diagnose einer frühen Demenz schwierig. Eine Demenzerkrankung im höheren Lebensalter tritt meistens aufgrund von Durchblutungsstörungen und der Alzheimerkrankheit auf. Tritt die Demenz im jüngeren Alter auf, so sind im Regelfall weniger bekannte Ursachen der Grund. So zeigt etwa die frontotemporale Demenz Symptome wie Wesensveränderungen, Antriebslosigkeit und emotionale Verflachung, während das Gedächtnis intakt bleibt. Dies sind untypische Merkmale einer Demenz.

      Hilfe für jüngere Menschen mit Demenz

      Die meisten Angebote für Menschen mit einer Demenzerkrankung orientieren sich am älteren Menschen. Die Such nach Hilfsangeboten für jüngere Menschen mit einer Demenz gestaltet sich schwierig. Spezialisierte Angebote für diese Gruppe sind kaum verfügbar. Gruppen für Menschen mit beginnender Demenz sind zwar nicht auf jung erkrankte spezialisiert, aber die Teilnahme dieser Gruppe ist oft gut möglich. Auch in Pflegeheimen leben meistens nur ältere Pflegebedürftige. Eine Alternative kann hier eine Einrichtung für psychisch erkrankte Menschen sein. In Großstädten gibt es verschiedene Wohngemeinschaften für jüngere Menschen mit einer Demenzerkrankung. Dies kann eine interessante Möglichkeit zur Betreuung sein, wenn die Betreuung zu Hause nicht möglich ist.

      Das europäische Forschungsprojekt Rhapsody

      Die Unterstützung für Menschen, die in jüngeren Jahren an einer Demenz erkranken ist oft schwierig und auf diese Gruppe zugeschnittene Angebote sind schwer zu finden. Bei der passenden Hilfe für Angehörige sieht das nicht viel besser aus. Und auch die Forschung zu diesem Thema steckt noch in den Kinderschuhen. Das Rhapsody Projekt hat sich die Aufgabe gestellt, eine Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Demenz im jüngeren Alter zu erreichen und interaktive Lern- und Informationsprogramme zu entwickeln, die auf diese Zielgruppe zugeschnitten sind. Acht europäische Länder und unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen repräsentieren im Rahmen des Rhapsody Forschungsprojektes die universitäre Forschung und die Patienten- und Angehörigenorganisation zu diesem Thema.


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        Musik als Ausdrucksform für Demenzpatienten

        „Mit Musik geht alles besser“ – ein altbekanntes Sprichwort. Aber hinter diesem schlichten Spruch steckt mehr als wir manchmal denken. Musik kann für Menschen mit Demenzerkrankung eine interessante Option sein, sich auszurücken. Auch wenn die Fähigkeit zu sprechen verloren gegangen ist, bleibt die Musik oft noch ein ausdrucksstarkes Kommunikationsmittel.

        Musik in der Pflege

        Für manche Menschen mit einer Demenzerkrankung ist die Musikstunde im Pflegeheim, aber auch bei einem engagierten Pfleger in der Pflege daheim, der Höhepunkt des Tages. Eine altbekannte Melodie genügt häufig schon und bald stimmen betagte Stimmen in die Musik ein. Nicht jeder Ton ist perfekt, aber darauf kommt es auch gar nicht an. Die Blicke der Singenden erfüllen sich mit neuem Leben, der Körper richtet sich auf und über das betagte Gesicht breitet sich ein Lächeln aus. Wie durch ein Wunder erinnern sich Menschen mit einer Demenzerkrankung nicht nur an die Melodie, sondern sogar an den Text des Liedes. Wörter kommen über die Lippen selbst bei Betroffenen, die sonst gar nicht mehr sprechen können.

        Musik weckt das emotionale Denken

        Mit der Demenz gehen kognitive Fertigkeiten verloren. Demenz hat aber auch die Folge, dass die Selbstkontrolle und die Selbstzensur des Betroffenen in den Hintergrund geraten. Gefühle übernehmen die Kontrolle, was nicht nur positive Folgen hat: Ein schneller Gefühlswechsel, ganz ähnlich wie bei einem kleinen Kind, ist bei Demenzpatienten keine Seltenheit. Und genau diese Emotionalität kann auch über die Musik geweckt werden. Musik wird dann zu einem Instrument der Aktivierung und es wird auch zum Träger für die Kommunikation.

        Musizieren mit Demenzkranken

        Pflegekräfte brauchen keine Zusatzausbildung, um mit den Patienten zu musizieren. Es genügt meistens schon, ein gemeinsames Lied zu kennen. Die Pflegekraft fängt mit der ersten Zeile an und mit etwas Glück stimmt die betroffene Person mit ein. Die Angehörigen können manchmal ein guter Ratgeber sein, welche Lieder die Mama oder Oma früher gerne gesungen hat. Es ist auch nicht wichtig, ob die Pflegekraft gut singen kann. Wenn das Lied noch einigermaßen erkennbar ist, dann kann das schon funktionieren. Manchmal genügt es für die betroffene Person auch schon, den Text wieder zu erkennen.

        Ein Instrument spielen trotz Demenzerkrankung

        Es wirkt manchmal fast schon wie ein kleines Wunder: Menschen mit einer Demenzerkrankung, die kaum noch dazu in der Lage sind, selbständig zu Essen, können am Klavier noch völlig sicher alte Melodien wiedergeben. Musik kann einfach erstaunliche Wirkungen haben. Musik kann für Demenzpatienten zu einer Insel der Normalität werden. Musik trainiert die Kreativität, das Gedächtnis, das Denkvermögen und auch die Motorik. Und Musik hat eine beruhigende Wirkung. Demenzbetroffene, die unter einer ständigen Unruhe leiden können sich wieder fokussieren und entspannen.

        Betroffene mit musikalischem Background

        Am einfachsten gelingt das Musizieren mit Demenzpatienten, für die schon in den vergangenen Lebensjahren die Musik eine wichtige Rolle gespielt hat. Wer niemals musiziert hat, kennt auch keine Lieder zum Erinnern. Es gibt allerdings auch Berichte, dass es gelungen ist, Menschen mit einer Demenzerkrankung im fortgeschrittenen Alter noch das Klavier-Spielen beizubringen. Hierzu wurden sogar spezielle Lernprogramme entwickelt. Ein solches Training kann auch nonverbal umgesetzt werden.

        Musik im Gehirn des Menschen

        Die Wirkung von Musik bei Demenzpatienten wird immer noch untersucht. Es ist aber davon auszugehen, dass das Musizieren eben nicht nur in einem Zentrum des Gehirns stattfindet, sondern gut vernetzt eine Vielzahl von unterschiedlichen Gehirn-Partien aktiviert. Das musikalische Gedächtnis kommt deshalb auch dann noch zum Tragen, wenn Teile des Gehirns nicht mehr gut arbeiten können. Während das logische Denken von einzelnen Abschnitten im Gehirn durchgeführt wird, erstreckt sich die Emotionalität über das ganze Gehirn. Beim emotionalen Denken kommen vor allem Neuronen zum Einsatz, die sich im frühen Kindesalter entwickelt haben. Diese sind vom Abbau der Demenzerkrankung weniger betroffen als Neuronen, die sich vergleichsweise spät ausgebildet haben.


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          Pflegemodell Nachbarschaftshilfe

          Pflege kann auf die unterschiedlichsten Weisen gelöst werden. Da bietet sich etwa das stationäre Pflegeheim an oder auch die externe Pflegekraft, die nach Hause kommt. Der Vorteil der zweiten Option ist, dass eine pflegebedürftige Person zu Hause im vertrauten Umfeld wohnen bleiben kann. Ein Pflegebedarf kann auch familienintern beantwortet werden. Dann werden die Familienmitglieder oder die Verwandtschaft zur Pflegekraft. Familienmitglieder sind zwar keine ausgebildeten Pflegekräfte, sie kennen aber die zu pflegende Person sehr gut, können auf ihre Wünsche und Bedürfnisse hervorragend eingehen. Und sie geben ein Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit weiter. Es gibt aber noch ein weiteres Konzept: Die Pflege per Nachbarschaftshilfe.

          Verantwortung für die Nachbarschaft übernehmen

          In den Niederlanden ist die Nachbarschaftshilfe als Pflegemodell längst etabliert, in Deutschland gilt sie noch als kleine Kuriosität. Wir kennen die Nachbarschaftshilfe aus anderen Themengebieten: So etwa, wenn Nachbarn für einen betagten Nachbarn einkaufen gehen. Oder wenn die Nachbarschaft im Haushalt hilft. Die Nachbarschaftshilfe zählt zu den niederschwelligen Entlastungsleistungen. Die Nachbarn helfen bei allen Aufgaben des Alltags, die die hilfsbedürftige Person nicht mehr alleine bewältigen kann. Aber einen Nachbarn bei der Pflege unterstützen? Das ist schon ein Zeichen besonderer Verantwortung. Vor allem dann, wenn es auch um die Körperpflege geht. Das setzt eine besonders gute nachbarschaftliche Beziehung voraus.

          Mögliche Aufgaben der Nachbarschaftshilfe

          Nachbarschaftshilfe muss nicht immer mit Hilfe bei der Körperpflege gleichzusetzen sein. Nachbarschaftshilfe kann auch die Betreuung im Alltag bedeuten. Das beginnt schon bei Gesprächen und etwas Zuwendung. Gute Nachbarn tun das auch schon dann, wenn niemand pflegebedürftig geworden ist. Oder die Nachbarn gehen miteinander spazieren. Auch eine Praxis, die man vielleicht schon von früher kannte. Wird das Gehen etwas schwieriger, so muss der Nachbar vielleicht etwas mehr aufpassen, dass nichts passiert und mehr Verantwortung übernehmen. Vielleicht bedeutet der gemeinsame Spaziergang jetzt auch, dass ein Rollstuhl geschoben werden muss? Rollstuhlfahrer freuen sich immer über eine zusätzliche Möglichkeit, einen Ausflug zu unternehmen. Nachbarschaftshilfe kann auch bedeuten, gemeinsam zu singen, zu basteln oder zu spielen. Auch die Hilfe beim Einkaufen, die Fahrt zum Arzt kann von Nachbarn gut abgedeckt werden. Oder wie sieht es mit gemeinsamer Gymnastik aus? Das tut immer gut. Oder ein bisschen Gedächtnistraining bei Demenz? Auch das haben Nachbarn schon geleistet.

          Nachbarschaftshilfe als Unterstützung der Pflege

          Zunächst einmal liegt es in den Händen der Familie einer pflegebedürftigen Person, die Pflege zu sichern. Das nimmt die Familie nicht selten selbst in die Hand. Doch auch wer als Pflegekraft eingesetzt ist braucht ab und zu eine Auszeit. Und an dieser Stelle kann wieder die Nachbarschaftshilfe zum Tragen kommen. Manchmal genügt eine Hilfe von ein paar Stunden. Pflegende Angehörige können sich auf diese Weise wieder einmal einen Ausflug jenseits der Pflege gönnen, Zeit für sich selbst freiräumen und den Kopf frei bekommen.

          Nachbarschaftshilfe ist keine Grundpflege

          Der Nachbarschaftshelfer übernimmt in aller Regel keine medizinisch-pflegerischen Aufgaben. Insbesondere für Aufgaben, wie dem Wechsel von Verbänden oder dem Verabreichen von Medizin ist der Nachbar nicht zuständig. Eine Unterstützung beim Toilettengang ist allerdings nicht ungewöhnlich im Zusammenhang mit der Nachbarschaftshilfe.

          Wird die Nachbarschaftshilfe bezahlt?

          Ein helfender Nachbar bekommt kein Gehalt. Er kann aber eine Aufwandsentschädigung geltend machen. Grundsätzlich wird die Nachbarschaftshilfe dem Ehrenamt zugerechnet. Fünf bis zehn Euro Aufwandsentschädigung sind in diesem Zusammenhang durchaus üblich. Die Pflegekasse entscheidet über die Anerkennung eines Nachbarschaftshelfers. Hierbei prüft die Pflegekasse verschiedene Grundvoraussetzungen für die Anerkennung. Ohne die Anerkennung ist eine Auszahlung der Aufwandsentschädigung nicht möglich. Die Regeln für die Anerkennung werden in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich definiert. In den meisten Fällen wird vorausgesetzt, dass die helfende Person in der näheren Umgebung der hilfsbedürftigen Person wohnt. Ein Pflegegrad ist gemäß § 45 SGB XI die Voraussetzung für eine entsprechende Erstattung.


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            Geimpftes Pflegepersonal als Schutz für Corona-Risikogruppen

            Covid 19 plagt uns in Deutschland nun schon seit fast zwei Jahren. Zunächst als eine Gefahr identifiziert, die sich im weit entfernten China ausbreitete, seit dem Frühling 2020 auch in Westeuropa ein Problem. Lockdowns, Maskenpflicht, 3G und 2G Regeln und Ausgangssperren. Viele Maßnahmen wurden mit heißer Nadel gestrickt, aber waren sie ein Erfolg? Zu einem Ende der Pandemie haben sie jedenfalls nicht geführt. Nun wird die allgemeine Impfpflicht diskutiert, für Pflegekräfte ist sie bereits beschlossen. Hierbei steht der Schutz von besonderen Risikogruppen im Vordergrund.

            Senioren: Die Covid-19 Risikogruppe

            Eine Infektion mit dem Covid-19 Erreger muss nicht zwingend zu einer schweren Krankheit führen. Manche Menschen haben Corona und wissen es gar nicht. Ein positiver Schnelltest kann dann eine große Überraschung sein. Aber es gibt auch die schweren Verläufe, die bis zum Tode führen können. Statistisch gesehen, steigt die Gefahr eines Verlaufs einer Covid-19 Erkrankung mit den Lebensjahren und mit den Risikofaktoren. Statistisch gesehen eben. Es gibt auch unter Risikogruppen sehr milde Verläufe. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem die folgenden Vorerkrankungen

            • Diabetes
            • Lebererkrankungen
            • Erkrankungen des Herz- und Kreislauf-Systems
            • Krebs.

            Menschen, die unter entsprechenden Vorerkrankungen leiden sollten sich ganz besonders vor Corona schützen. Oder entsprechend davor geschützt werden. Nicht zufällig wurde die Corona-Schutzimpfung im ersten Halbjahr 2021 zunächst für Menschen mit einem hohen Lebensalter oder einer Vorerkrankung priorisiert.

            Corona und das Lebensalter

            Auch wenn die vierte Corona-Welle vor allem auch die Infektion jüngerer Menschen betrifft, so ist das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs bei Personen über 60 Jahren am größten. Das Immunsystem lässt mit den Jahren ab, es entwickelt sich eine Immunseneszenz. Es kommt auch vor, dass Symptome, wie etwa Fieber, im fortgeschrittenen Alter seltener auftreten. Dies wiederum kann dazu führen, dass der Arzt nicht sofort aufgesucht wird. Menschen mit einer Demenzerkrankung haben ein weiteres Problem: Oft können Sie ihr eigenes Wohlbefinden nicht mehr ausreichend reflektieren und auch nicht artikulieren. Auch das Einhalten der Hygieneregeln gelingt manchmal nicht mehr. Jedenfalls nicht ohne fremde Hilfe. Wer a einer Demenzerkrankung leidet, dem ist die besondere Brisanz der Pandemie oft auch nicht mehr gut zu vermitteln. Manchmal sind die notwendigen Regeln morgen schon wieder vergessen.

            Regeln für Risikogruppen

            Wer zur Risikogruppe gehört, sollte nach Möglichkeit nur eine geringe Zahl an Besuchern empfangen. Aber gerade das fällt so schwer in diesen Tagen. Oft ist es hilfreich, vor allem auf Kontakte mit stets denselben Personen zu setzen. Das kann das Risiko einer Infektion erheblich senken. Treffen an der frischen Luft sorgen ebenfalls für ein geringeres Infektionsrisiko. Auch die Umarmung zur Begrüßung oder zur Verabschiedung sollte nach Möglichkeit vermieden werden.

            Pflegepersonal und die Corona-Impfung

            Wir setzen bei Betreuung-Zuhaus auf geimpftes Pflegepersonal. In der Pflege ist die Corona Schutzimpfung nicht nur ein Schutz für die Pflegepersonen selbst, die in der Regel jeden Tag mit einer Vielzahl von anderen Menschen in Kontakt kommen, sondern auch ein besonderer Schutz für die Risikogruppen. Körperkontakt ist in der Pflege unvermeidbar, der Pflegeberuf lässt sich ohne Körperkontakt nicht ausüben. Sei es bei der Hilfe beim morgendlichen Aufstehen, beim Toilettengang oder den oft mühsamen Schritten zum Mittagstisch.

            Die Impfpflicht für Pflegekräfte

            Der Bundestag hat am 10. Dezember 2021 eine Impfpflicht für Pflegekräfte beschlossen. Diese tritt am 15. März 2022 in Kraft. Demnach müssen Pflegekräfte zu diesem Stichtag entsprechende Nachweise vorlegen. Neue Tätigkeitsverhältnisse werden nur mit entsprechendem Nachweis eingegangen. Wir setzen bei der Agentur Betreuung Zuhaus bereits heute auf geimpftes Personal. Denn der Schutz der Patienten und der pflegebedürftigen Personen steht bei unserer Arbeit im Mittelpunkt. Wir behalten auch im Blick, ob unsere geimpften Pflegekräfte noch tatsächlich geschützt sind. Zu einem umfassenden Impfschutz gehört auch die Booster-Impfung.


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              Weihnachtspost

              Für uns stehen Sie im Mittelpunkt. Wir freuen uns, dass wir Sie im vergangenen Jahr immer wieder von unserem Engagement überzeugen durften.

              Agentur Betreuung zuhaus‘ wünscht Ihnen frohe Weihnachten und für das neue Jahr 2022 Glück, Zufriedenheit und Gesundheit.

              Mit weihnachtlichen Grüßen
              – Ihre Agentur Betreuung zuhaus´


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                Leben mit der Demenz

                Die Demenz gilt als ein psychiatrisches Syndrom. Ursache für die Demenz können sowohl degenerative, wie auch nichtdegenerative Erkrankungen des Gehirns sein. Der lateinische Begriff „demens“ kann mit „unvernünftig“ bzw. „ohne Verstand“ übersetzt werden. Eine Demenz führt zu Defiziten in emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten. Wer unter einer Demenz leidet, dem fällt es mit zunehmenden Krankheitsverlauf immer schwerer, den Alltag zu meistern. Im Gegensatz zur „angeborenen Minderbegabung“ verliert eine Person, die unter Demenz leidet, zunehmend Denkfähigkeiten, die im Verlauf des Lebens erworben wurden.

                Die medizinische Definition einer Demenz

                Die Demenz wird im medizinischen Sinne anhand von diagnostischen Kriterien beschrieben. Dabei spielt eine Kombination von Symptomen des zunehmenden Abbaus der emotionalen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten im Verlaufe der Krankheit, die zu einer Beeinträchtigung von beruflichen und auch allgemeinen sozialen Funktionen führen. Im Zentrum der Diagnose steht die Gedächtnisstörung. Diese beginnt meist mit Störungen im Kurzzeitgedächtnis und führt längerfristig zu Störungen der Orientierungsfähigkeit. Der Zugriff auf Inhalte des Langzeitgedächtnisses bleibt auch im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf oft erhalten. Die Demenz wird nach ICD 10 über den Diagnoseschlüssel F00-F03 definiert. Der US-amerikanische Diagnoseschlüssel DSM-5 verzichtet auf den Begriff Demenz mittlerweile gänzlich und führt neurokognitive Störungen, wie die Alzheimer-Krankheit, Schädel-Hirn-Trauna oder Störungen im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit unter eigenständigen Schlüsseln auf.

                Formen der Demenz

                Der Begriff „Demenz“ fasst verschiedene neurokognitive Störungen zusammen. Sehr häufige Formen der Demenz sind die Alzheimer-Krankheit, die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körpcherchen-Demenz und die Frontotemporale Demenz (= Pick Krankheit). Seltenere Formen der Demenz sind die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, das durch Alkoholmissbrauch verursachte Korsakow-Syndrom und die Demenz, die im Zusammenhang mit einer Prakinson-Krankheit entsteht. Auch Tumore, Hämatome und ein Hydrozephalus können die Auslöser einer Demenz sein. Diese können sich auch wieder zurückbilden, wenn die auslösende Ursache entfernt wurde.

                Die Verbreitung der Demenz

                Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko an einer Demenz zu erkranken. So liegt der Anteil der 65 bis 69-jährigen mit einer Demenzerkrankung bei nur 1,2%. In der Altersgruppe der 85 bis 89-jährigen steigt dieser bereits auf 23,9%, bei den über 90-jährigen sogar auf 34,6%. Bis zum Jahr 2050 wird in Deutschland mit 3 Millionen Demenzerkrankungen gerechnet.

                Das Lebensalter als Risikofaktor

                Der größte Risikofaktor für die Demenz ist das Lebensalter. Und so sind auch Frauen, die gemeinhin ein höheres Lebensalter als Männer erreichen, vom Risiko der Demenz höher betroffen. Als weitere Risikofaktoren für die Demenz werden Depressionen genannt. Depressionen können während der Demenz auftreten, aber auch schon vor der Erkrankung. Auch kardiovaskuläre Faktoren, wie die Hypertonie, eine Niereninsuffizienz, ein hoher Homocysteinspiegel oder Adipostas werden zu den Risikofaktoren der Demenz gezählt.

                Die Diagnostik der Demenz

                Die Krankheitsgeschichte, insbesondere unter Berücksichtigung der Angaben der Bezugspersonen der an Demenz erkrankten Person können im Kontext der Differentialdiagnose wichtige Angaben zur Diagnosefindung liefern. Der betroffenen Person sind die Gedächtnisstörungen selbst oft nicht bewusst. Auch kann der Arztbesuch selbst dazu führen, dass die Störungen im Gedächtnis für kurze Zeit aussetzen. Zur Diagnose einer Demenz können auch die Computertomografie und die Kernspintomografie eingesetzt werden. Außerdem wird ein Blutbild erstellt, sowie ein Vitamin-B12 Spiegel. Des Weiteren sollten die Blutzuckerwerte, die Leberwerte, sowie die Nierenwerte, die Schilddrüsenhormone und die Elektrolyte überprüft werden.

                Leben mit der Demenz

                Mit fortschreitender Erkrankung kann das Leben der betroffenen Person, sowie der Angehörigen, komplizierter werden. Einfachste Aufgaben des Tagesablaufs können dann nicht mehr bewältigt werden. An diesem Stadium der Krankheit stellt sich die Frage, ob zusätzlich zu den Hilfen aus dem sozialen Umfeld der an Demenz erkrankten Person auch eine externe Pflegekraft hinzugezogen werden soll. Eine solche Pflege kann entweder in einem Pflegeheim realisiert werden oder auch über eine Pflegekraft im bisherigen räumlichen und sozialen Umfeld der erkrankten Person.

                Kommentare

                Rudi Sterzer 03.06.2022 14:37

                Danke für die umfangreiche Aufklärung über Demenz. Ich fürchte, dass meine Großmutter ebenfalls die Kriterien erfüllt. Zum Glück kümmert sich mein Großvater noch um sie, weil sie nicht alleine wohnen könnte. Wenn ihm irgendetwas passieren sollte, würde ich auch eine Seniorenbetreuung engagieren.

                Andreas Lampe 17.01.2022 15:41

                Vielen Dank für diesen Beitrag zum Thema Demenz. Es stimmt, dass im Anfangsstadium noch das Leben gut alleine gemeistert werden kann, Betroffene mit fortschreitender Erkrankung aber immer mehr Pflege benötigen. Meine Großmutter leidet auch unter der Krankheit, wir als pflegende Angehörige unterstützen sie jetzt tatkräftig.


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                  Demenz: Veränderungen im Haushalt vermeiden

                  Das häusliche Umfeld kann einen großen Beitrag dazu leisten, ob ein Demenz-Patient sich wohl fühlt, ob er (oder sie) sich orientieren an vertrauten Mustern und Erinnerungen orientieren kann und ob es gelingt, zumindest anteilsmäßig noch eine gewisse Selbständigkeit zu erhalten. Vertraute Elemente im Haushalt können hier einen nicht unerheblichen Beitrag leisten. Auch vertraute Menschen, liebgewonnene Gegenstände und Erinnerungsstücke sind nicht selten eine gute Hilfe dabei, sich in einer Situation schwindender geistiger Kräfte, zu orientieren. Hierbei kann es hilfreich sein, Veränderungen im Haushalt zu vermeiden.

                  Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

                  Es braucht keine Demenzerkrankung, um zu realisieren, dass wir alle mit unseren Gewohnheiten verwurzelt sind. Ein fester Tagesablauf gibt unserem Leben Struktur. Wir haben unsere morgendliche Routine, die mit dem Gang ins Badezimmer beginnt. Darauf folgen das Frühstück und die Fahrt zur Arbeit. Wir genießen unsere Mittagspause und zur fortgeschrittenen Stunde den Feierabend. Dann folgt etwas Zeit für den Sport oder für das Familienleben. Je nach Wochenplan reservieren wir uns etwas Zeit für das Vereinsleben oder für den Stammtisch. Vielleicht auch für eine Kartenspielegruppe oder für die abendliche Wanderung mit dem Hund durch die Straßen der Stadt oder das Dorf. Was wäre unser Leben ohne all diese festen Eckpunkte und ohne die Routine? Manchmal fühlen wir uns wie verkettet mit diesen Verpflichtungen, aber auf der anderen Seite geben sie unserem Leben auch Orientierungspunkte und etwas halt. Viel wichtiger sind solche Routinen noch für Menschen mit einer Demenzerkrankung.

                  Pflege zu Hause: Zwischen Umbau und Orientierung

                  Wird die Pflege eines Menschen zu Hause gelöst, dann ist dies in aller Regel auch mit gewissen Umbaumaßnahmen verbunden: Vielleicht ist eine ebenerdige Dusche vonnöten, um die Körperpflege der betroffenen Person aufrecht zu erhalten. Vielleicht muss auch das Schlafzimmer umgebaut werden: Entsprechende Hilfen können die betroffene Person dabei unterstützen, den Einstieg und den Ausstieg in das Bett zu erleichtern. Wird die pflegebedürftige Person zum Rollstuhlfahrer, so müssen eventuell die Türen verbreitert werden, um die Mobilität in der Wohnung aufrecht zu erhalten. Stolperfallen und Schwellen sollten beseitigt werden. Aber bei allen Umbaumaßnahmen sollte es das Ziel bleiben, dass so viel vertraute Objekte in der Wohnung erhalten bleiben. Schränke und Kommoden, Schlafzimmermöbel und natürlich auch die Bilder an den Wänden. Fotoalben und im Verlauf der Jahre gesammelte Zeitungsartikel sollten immer griffbereit sein. Auch wann, wenn die pflegebedürftige Person dazu neigt, diese Dinge gelegentlich zu „verkruschteln“. Ein Haus verschluckt nichts und alles wird früher und später wieder aufgefunden.

                  Wenn kleine Veränderungen zum Problem werden

                  Manchmal sind es schon die kleinen Veränderungen im Haushalt, die für die pflegebedürftige Person zum regelrechten Problem werden. Wir können dies dann nicht immer sofort nachvollziehen. So kann etwa eine schwarze Fußmatte den Eindruck erwecken, es habe sich ein unüberwindbarer Abgrund vor einer Tür aufgetan. Die Reaktion der betroffenen Person führt zur Panik, sie beginnt zu schreien und Möbel umzuwerfen. Die pflegenden Angehörigen sollten diesen Moment nutzen, um zu rekapitulieren, welche Änderungen denn gerade im Haushalt vorgenommen worden sind. Vielleicht lassen sich diese Änderungen auf einfach Weise wieder rückgängig machen?

                  Eine sehr große Veränderung: Der Umzug in ein Pflegeheim

                  Wenn schon sehr kleine Veränderungen zur Unruhe und zum Verlust der Orientierung führen können, wie mag dann erst der Umzug in ein Pflegeheim auf die betroffene Person wirken? Entsprechend wichtig ist auch die Entscheidung, ob die Pflege in einem Pflegeheim oder zu Hause realisiert werden sollte. Im Pflegeheim ist für die einen Menschen mit Demenzerkrankung fast alles neu. Hier gibt es nur wenig Erinnerungsstücke und vertraute Strukturen, die dabei helfen, sich trotz der Erkrankung zurecht zu finden. Eine Betreuung zu Hause, soweit möglich, kann daher immer eine interessante Alternative zur Pflege im Pflegeheim sein.

                  Kommentare

                  nina 23.11.2021 07:51

                  Ich muss meine Mutter leider in ein Seniorenzentrum geben. Gut zu wissen, dass auch eine Pflege zu Hause möglich ist. Dennoch wird diese bei uns schwer umsetzbar sein.


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                    Mobile Notrufsysteme für pflegebedürftige Menschen

                    Auch die moderne Technik spielt bei der Pflege eine wichtige Rolle. Was passiert, wenn eine pflegebedürftige Person in eine Notlage gerät, aber gerade niemand vor Ort ist, um in dieser Situation zu helfen? In diesem Fall können mobile Notrufsysteme für pflegebedürftige Menschen eine wichtige Hilfe sein.

                    Technische Lebensretter

                    Ein Notrufsystem oder ein Hausnotruf sollte nicht als Luxusgegenstand betrachtet werden. Oft können diese technischen Mittel für kranke oder pflegebedürftige Menschen zum Lebensretter werden. Manche Notrufsysteme tragen auch dazu bei, die Sicherheit von Menschen unterwegs zu verbessern. Mit Hilfe des Mobilfunknetztes und der GPS-Ortung ist heute auch ortsungebunden eine schnelle Hilfe möglich.

                    Gibt es Zuschüsse für einen Hausnotruf?

                    In der Regel übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Kosten für den Hausnotruf. Meistens fallen regelmäßige monatliche Kosten im Sinne eines Abo-Modells an. Manche Vertragsmodelle sehen auch Vereinbarungen für Sonderzahlungen für das Auslösen von Fehlalarmen vor oder begrenzen die Anzahl der Notrufe. Sehr einfache Vertragsmodelle können sogar komplett von der Pflegekasse übernommen werden. Zum Stand 2018 wird von der Pflegekasse ein Beitrag von 23 Euro pro Monat für das mobile Notrufsystem angesetzt. Notrufsysteme sind auch als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich zu berücksichtigen.

                    Der Notfallplan

                    Ein Notrufsystem hätte nur einen geringen Nutzen ohne den Notfallplan. Dieser muss bei der Notrufzentrale hinterlegt sein. Im Notfallplan sind alle wichtigen Informationen zur Gesundheit der pflegebedürftigen Person hinterlegt. Das betrifft insbesondere die Vorerkrankungen, die Medikation und auch Allergien. Im Notfallplan sollte auch der Hausarzt und die Bezugspersonen aufgeführt sein. Damit erst wird eine individuelle und zutreffende Erstversorgung möglich.

                    Ein mobiles Notrufsystem

                    Ein mobiles Notrufsystem für pflegebedürftige Menschen besteht aus drei Elementen:

                    • Das Mobilgerät
                    • Das Funkarmband
                    • Die Ladestation.

                    Dieses Konzept ist auch von der Pflegekasse anerkannt. Das mobile Gerät besteht aus einer Freisprechanlage, mit der die Kommunikation zur Notrufzentrale hergestellt werden kann. Auch das Modul zur GPS-Ortung und eine SIM-Karte sind hier integriert. Das Mobilgerät ist geschützt gegen Spritzwasser und relativ stoßfest.

                    Mit einem Funkarmband kann ein Notruf auch direkt am Handgelenk ausgelöst werden. Dieses Armband kann auch beim Baden oder Duschen getragen werden. Die Reichweite des Funkarmbandes sollte möglichst groß sein. Reichweiten von 250 Metern zum Mobilgerät sind hier nicht unüblich.

                    Die Ladestationen versorgen die Mobilgeräte mit Energie und verfügen häufig auch über einen Lautsprecher. In vielen Fällen ist auch eine SOS-Taste integriert, so dass auch an der Ladestation ein Notruf abgesetzt werden kann, während das Mobilgerät aufgeladen wird.

                    Der Ablauf eines Notrufs

                    Im Falle eines Notfalls muss die betroffene Person die SOS Taste ein paar Sekunden gedrückt halten. Am besten und schnellsten geht dies über das Funkarmband. Sofort wird eine Verbindung zur Notrufzentrale aufgebaut. Die Notrufanlage bekommt außerdem die Nutzerkennung des Teilnehmers und dessen Standort mitgeteilt. Unmittelbar nach Aufbau der Verbindung werden die Rettungskräfte über den Ort und die Situation informiert, so dass diese die benötigten Hilfsmaßnahmen einleiten können.

                    Ein Fehlalarm…

                    Ein Fehlalarm über mobile Notrufsysteme ist keine Seltenheit. Vor allem Demenzpatienten sind sich über die Bedeutung der Funktionen des Systems nicht immer im Klaren. Je nach Vertrag und Dienstleister sind einige Fehlalarme innerhalb eines gewissen Zeitraums inklusive. Häufen sich diese, so können sie auch zu einem nicht unerheblichen Kostenfaktor werden. Denn klärt sich der Fehlalarm nicht auf, so müssen die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet werden. Klären Sie im Vorfeld ab, wie Fehlalarme vertraglich geregelt sind, bevor Sie sich für einen Dienstleister entscheiden. Auch ein Testalarm sollte möglich sein. Denn die betroffene Person sollte das System verstehen lernen und die komplette Prozedur eines Notrufs durchführen können. Fragen Sie auch rechtzeitig bei der Pflegekasse nach, welche Kosten übernommen werden.


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                      Sport und Bewegung für Menschen mit Pflegebedarf

                      So manch ein Sport fällt mit Fortschreiten der Pflegebedürftigkeit schwer. Manche Aktivitäten, wie etwa Schwimmen oder das Radfahren können auch zu einem nicht unerheblichen Risiko werden. Doch es gibt für jedes Alter und für jede Lebensphase den passenden Sport, die richtige Bewegung. Und so manches Training kann auch einer zunehmenden Unselbstständigkeit aufgrund körperlicher Einschränkungen entgegenwirken.

                      Für junge Menschen ist der Sportunterricht in der Schule vorgeschrieben. Und das hat auch seinen Grund: Denn nur in einem gesunden Körper kann auch ein aufgeschlossener und wacher Geist reifen. Aber nicht wenige Menschen beenden ihre körperlichen Ertüchtigungen dann auch mit dem Ende der Schulzeit. Zu viele andere Dinge sind im Erwachsenenalter zu wichtig. Doch es ist nie zu spät, wieder anzufangen, Sport zu treiben. Es gibt für jedes Alter den passenden Sport. Auch wer unter einer Demenz oder unter der Parkinson-Krankheit leidet kann (und sollte) den eigenen Körper regelmäßig ertüchtigen.

                      Sport treiben mit der Parkinson-Krankheit

                      In der frühen Phase der Parkinson Erkrankung gibt es keine bzw. kaum Einschränkungen bei der Auswahl einer Sportart. Alles, was Spaß macht, sollte auch auf dem Wochenplan stehen. Ob das nun Wandern, Tanzen, Gymnastik oder Yoga ist. Auch das Schwimmen und das Radfahren sind in der frühen Phase von Parkinson meistens kein Problem. Regelmäßige Bewegung trainiert verschiedene Fertigkeiten, die im Verlauf der Erkrankung zu einer immer größeren Herausforderung werden können. Das sind etwa:

                      • Der Gleichgewichtssinn
                      • Die Körperkraft
                      • Das Gangmuster- und die damit verbundene Geschwindigkeit

                      Außerdem kann regelmäßige Bewegung positiven Einfluss auf verschiedene krankheitsrelevante Faktoren haben:

                      • Schmerzen
                      • Psyche und Depressivität
                      • Aktivitäten des täglichen Lebens

                      Bei Fortschreiten der Parkinson Erkrankung ist darauf zu achten, mögliche Stürze und Unfälle zu vermeiden. Wer sich beim Schwimmen und beim Radfahren nicht mehr sicher fühlt, sollte auf diese Aktivitäten verzichten. Manchmal kann ein Fahrradergometer die sichere Alternative zum Radfahren in freier Natur werden. Körperliche Übungen im Stand sollten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung nur noch mit entsprechender Begleitung durchgeführt werden. Für besonders sturzgefährdete Betroffene bieten sich Übungen in der sogenannten Sitzschale an. Gruppenübungen sind meistens eine gute Motivationshilfe, wenn der Vorsatz der körperlichen Ertüchtigung zu Hause nicht so recht umzusetzen gelingt. Manchen Parkinson-Patienten gelingt das Nordic-Walking noch recht gut, auch dann noch, wenn die Wanderung ohne Stöcke zum Problem geworden ist. Mit Fortschreiten der Erkrankung ist auch ein zielgerichtetes Gleichgewichtstraining zu empfehlen. Hier können der einbeinige Stand und das Stehen auf einer wackeligen Standfläche trainiert werden. Auch die Tandemstellung, bei der beide Füße aufeinandergestellt werden, sind eine wichtige Übungen. Hier werden Fertigkeiten trainiert, die im Alltag zu einer Herausforderung werden können.

                      Sport treiben mit Demenz

                      Nicht selten lassen im Zuge einer Demenzerkrankung nicht nur die geistigen, sondern auch die körperlichen Fähigkeiten nach. Werden alltägliche Fertigkeiten, wie das Aufstehen vom Stuhl oder das Treppensteigen zum Problem, so stellt dies eine zunehmende Einschränkung der selbstständigen Lebensführung dar. Mangelnde körperliche Aktivität kann diesen Prozess in einem negativen Sinne unterstützen. Eine Demenzerkrankung erhöht auch das Risiko, zu stürzen. Mit regelmäßigen körperlichen Übungen kann dieser Entwicklung entgegengewirkt werden.

                      Wichtig beim Sport mit Demenzerkrankung ist, dass der Betroffene sich vollständig auf die Bewegungen konzentrieren kann. Er sollte dabei nicht abgelenkt werden. So kann etwa das Treppensteigen bei Demenz-Patienten vor allem dann schwierig werden, wenn nebenher ein Gespräch geführt wird. Die mentalen Fertigkeiten sind dann mit der Doppelanforderung überlastet.

                      Bewegungsabläufe, die im Verlauf des Lebens regelmäßig ausgeübt worden sind, können Demenzpatienten leichter fallen als neu erlernte Übungen. Wer etwa in jungen Jahren ein leidenschaftlicher Tänzer war, dem mag auch mit Fortschreiten der Erkrankung das Tanzen nicht schwerfallen.

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                      Ramona 26.09.2021 18:41

                      Als unsere Großmutter plötzlich Pflegefall wurde, half uns ein ambulanter Pflegedienst sie in der Stadt sicher unterzubringen. Wir hatten Angst, dass sie alleine nicht weit kommt, aber das stimmt nicht. Denn es stimmt, dass regelmäßige Bewegung gegen Schmerzen, psychische Beschwerden wie Depressionen hilft!


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                        Im Pflegeheim und doch zu Hause: Die Tagespflege

                        Die Tagespflege ist ein Konzept zwischen ambulanter und stationärer Pflege. Die Tagespflege bietet die Option zu Hause wohnen zu bleiben bei gleichzeitiger Betreuung während des Tages. Vor allem für berufstätige Angehörige kann dies eine attraktive Lösung sein, die Pflege zu sichern. Für die betroffene bzw. erkrankte Person kann die Tagespflege eine stimmige Alternative zum stationären Umzug in ein Pflegeheim werden: Die notwendigen Pflegedienstleistungen sind während des Tages gesichert, aber das vertraute Wohnumfeld kann gleichzeitig bestehen bleiben.

                        Die Nutzung externer Pflegeangebote muss nicht immer damit verbunden sein, gänzlich in ein Pflegeheim umzuziehen. So wie auch Betreuungsangebote für Kinder nichts damit zu tun haben müssen, in einem Kinderheim zu leben. Die Tagespflege ist eine probate Option, die Pflege während des Tages zu sichern und gleichzeitig die bisherige Wohnung zu behalten.

                        Wie wird die Tagespflege definiert?

                        Im §41 des elften Sozialgesetzbuches wird die Tagespflege (und auch die Nachtpflege) beschrieben. Demnach wird die Tagespflege als eine teilstationäre Pflege in entsprechenden Einrichtungen definiert, die dann eingesetzt werden kann, wenn die häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt ist oder wenn die Maßnahme für die Stärkung oder Ergänzung erforderlich ist. Zur teilstationären Pflege gehört auch die Beförderung der Pflegebedürftigen von der Wohnung zur Einrichtung und wieder zur Wohnung zurück.

                        Die Pflege während der Arbeitszeit

                        Wenn Angehörige mehr Pflege benötigen, dann muss dies nicht bedeuten, die eigene Arbeit aufzugeben. Die Tagespflege richtet sich dabei insbesondere an berufstätige Menschen. Wenn Angehörige immer mehr Unterstützung im Alltag benötigen, dann ist die Tagespflege eine gute Option, die Pflege während der Arbeitsstunden zu sichern. Die Tagespflege kann auch eine adäquate Lösung für alleinstehende Senioren sein. Mit Hilfe der Tagespflege und im Zusammenhang mit dem Kontakt zu anderen Menschen kann einer Vereinsamung der betroffenen vorgebeugt werden.

                        Die Tagespflege als Alternative zum ambulanten Pflegedienst

                        Ambulante Pflegedienste können bis zu einem gewissen Grad der Pflegebedürftigkeit die Pflege sichern. Der ambulante Pflegedienst kommt dann meistens einmal pro Tag oder zweimal zur pflegebedürftigen Person und erledigt pflegerische und ggf. auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Wenn der pflegebedürftige Mensch etwa nicht mehr in der Lage ist, alleine die Toilette aufzusuchen, dann kann die Tagespflege eine interessante Option sein. Die erkrankte Person kann schließlich mit dem Toilettengang nicht warten, bis der ambulante Pflegedienst vorbeikommt. Hier ist die durchgehende Betreuung der Tagespflege (neben einer Betreuung zu Hause) dann die stimmigere Alternative.

                        Das Bindeglied zwischen ambulanter und stationärer Pflege

                        Wenn Senioren ihre Lebensumstände nicht grundsätzlich ändern möchten, dann ist die Tagespflege eine stimmige Alternative zur stationären Pflege. Hier ist kein Wohnungsumzug nötig, keine Trennung des bisherigen Umfeldes. Die pflegebedürftige Person ist nur tagsüber für ein paar Stunden „Gast“ in der Pflegeeinrichtung. Hier lernt man neue Menschen kennen, hier wird etwas Freizeitunterhaltung angeboten. Hier ist die Pflege gesichert. Und am Abend geht es wieder zurück in die eigene Wohnung. In das Umfeld mit den Angehörigen und liebgewonnenen Erinnerungen.

                        Was kostet die Tagespflege?

                        Je nach Einrichtung, Region und Leistung können die Kosten für die Tagespflege recht unterschiedlich ausfallen. Lassen Sie sich im Vorfeld über die möglichen Kostenerstattungen durch die Pflegeversicherung ausführlich informieren. Zu den Kosten der Tagespflege gehören die Kosten für die Verpflegung und die Unterbringung. Diese wird in der Regel per Stunden- oder Tagespauschale abgerechnet. Auch ein möglicher Fahrdienst gehört die zu den Kostenfaktoren der Tagespflege. Diese Kosten fallen als Kilometerpreis oder Pauschale an. Müssen für die Durchführung der Pflege neue Einrichtungsgegenstände angeschafft werden oder sind bauliche Maßnahmen erforderlich, so können Investitionskosten anteilig berechnet werden. Auch die Kosten für die Grundpflege und Leistungen der Behandlungspflege gehören zu den Kostenfaktoren der Tagespflege. Leistungen ab Pflegegrad 2 können direkt mit der Pflegekasse oder der Krankenkasse abgerechnet werden.

                        Kommentare

                        Birgit 13.06.2022 08:58

                        Ich bin sehr dankbar für die ambulante Pflege. Jetzt für den Winter suchen wir aber erstmal eine Seniorenwohnung für meine Oma. Sie bekommt noch viele Sachen alleine hin. nur am und zu muss mal jemand bei ihr vorbei schauen.

                        Lotta 10.06.2022 09:55

                        Wir hatten letztes Jahr auch die Situation, dass wir meine Oma zu Hause gepflegt haben. Zum Glück kam regelmäßig ein Pfleger vorbei. Ohne ihn hätten wir das niemals geschafft.

                        Anton Schneider 12.05.2022 21:55

                        Ich finde, dass die ambulante Pflege in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. Durch das Wachstum der älteren Bevölkerung wird es mehr Pflegebedürftige geben. Ich hoffe, dass sich dieser Arbeitsbereich auch fortgehend weiterentwickeln wird.

                        Oscar 28.04.2022 16:50

                        Die Informationen, die Sie hier zur Rundumbetreuung mitteilen, sind sehr übersichtlich. Jetzt sollte ich eine bessere Entscheidung treffen können. Meiner Meinung nach sollte man dies immer auf eine gut informierte Weise tun.

                        Christoph 22.04.2022 08:34

                        Es ist toll zu lesen, dass es die Betreuung für zu Hause gibt. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann fuhren die Pflegedienste auch Fahrdienste aus. Das ist natürlich sehr praktisch.

                        Melanie Samsel 30.01.2022 09:46

                        Vielen Dank für die gute Übersicht! Mein Großvater sollte sich laut seinem Arzt langsam nach einem Pflegedienst umschauen. Ich habe ihm gesagt, ich werde mich dazu im Internet ein wenig informieren. Es ist daher gut zu wissen, dass der ambulante Pflegedienst eine Option für weniger schwere Pflegebedürftigkeit ist.


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                          Besuchseinschränkungen in Pflegeheimen in Corona Zeiten

                          Besuchseinschränkungen in Pflegeheimen in Corona Zeiten

                          Einem Menschen, der an Demenz erkrankt ist, fällt es nicht leicht zu verstehen, warum die Angehörigen in Corona-Zeiten nicht mehr zu Besuch kommen. Vielleicht gelingt es dem Pflegepersonal, die Situation zu erklären. Aber vielleicht muss die Situation morgen erneut erklärt werden. Gerade jene Menschen, die jetzt die Nähe ihrer Angehörigen besonders dringend benötigen, stehen unter besonderen Besuchseinschränkungen. Denn vor allem betagte Menschen gehören zur Risikogruppe. Menschen im fortgeschrittenen Alter haben ein besonders hohes Risiko an Covid-19 schwer zu erkranken. Den Tod eines lieben Menschen riskieren oder den Besuch einschränken? Einfache Antworten auf diese Frage gibt es wohl kaum.

                          Besuchseinschränkungen und Lockerungen

                          Mit dem sogenannten Lockdown in der Mitte des Monats April 2020 waren praktisch gar keine Besuche für Angehörige in Pflegeheimen mehr möglich. Eine sehr schwierige Zeit für alle Beteiligten. Denn auch das seelische Wohl der Betroffenen hat nicht unwesentlichen Einfluss auf den gesundheitlichen Zustand der Menschen. Seit dem 6. Mai 2020 gibt es auch für den Besuch von Menschen in Pflegeeinrichtungen erste Lockerungen. Die Bund-Länder Konferenz hat beschlossen, dass der wiederkehrende Besuch einer definierten Person unter bestimmten Auflagen möglich ist. Bedingung hierfür ist, dass es in der Pflegeeinrichtung keinen Corona-Fall gab. Die Ausgestaltung der Regeln für die Besuche liegt in der Hand der einzelnen Bundesländer. Diese können auch weiterreichende Regelungen treffen und Quarantänemaßnahmen für die Bewohner bestimmen. So erwarten Sie also recht unterschiedliche Regelungen, je nachdem in welchem Bundesland Sie eine Person besuchen möchten, die im Pflegeheim lebt.

                          Regelungen in den Bundesländern

                          In Baden-Württemberg ist der Besuch von stationären Einrichtungen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf grundsätzlich nicht mehr möglich. Wenn allerdings geeignete Maßnahmen zum Schutz vor der Infektion getroffen werden können, dann kann ein Besuch auch wieder gestattet werden. In Bayern darf eine Person aus dem Kreis der Familienangehörigen einmal täglich zu einer festen Zeit einen Besuch abstatten. Die Besucher müssen allerdings namentlich registriert sein. In Berlin bleibt der Besuch von Menschen mit Atemwegsinfektionen verboten. Besuchsregelungen sind mit dem Gesundheitsamt abzustimmen. In Brandenburg ist der Kontakt zu Bewohnern und Pflegepersonal mit Hilfe von baulichen Maßnahmen zu vermeiden. In Bremen ist das Betreten von Pflegeeinrichtungen bei berechtigtem Interesse ausnahmsweise möglich.

                          In Hamburg bleibt das Besuchsverbot zum gegenwärtigen Zeitpunkt (12. Mai 2020) bestehen. In Hessen wiederum sind einrichtungsbezogene Konzepte möglich, die es ermöglichen, dass nahestehende Personen einmal pro Woche zu Besuch kommen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind Ausnahmen vom Besuchsverbot unter Beachtung einer größtmöglichen Kontaktreduzierung möglich. In Niedersachsen muss eine Pflegeeinrichtung den geschützten Kontakt zwischen Bewohner und Besucher nachweisen, um Ausnahmen vom Besuchsverbot zu gestatten. In Nordrhein-Westfalen ist ein Kurzscreening der Besucher vorgeschrieben, bevor die Bewohner von maximal zwei Personen pro Tag besucht werden können.

                          In Rheinland-Pfalz sind die Besuche auf eine Stunde pro Tag begrenzt. Jeder Bewohner darf nur einen Besucher empfangen. Voraussetzung hierfür ist, dass es in der Einrichtung bisher keinen Corona-Fall gab. Auch im Saarland sind Besuche prinzipiell unzulässig. Ausnahmen sind unter der Einhaltung besonderer Schutzmaßnahmen möglich. In Sachsen wird der Zutritt zu einer Einrichtung im Ausnahmefall von der Einhaltung von hygienischen und organisatorischen Auflagen abhängig gemacht, die von der Leitung der Einrichtung zu definieren ist. In Sachsen-Anhalt kann die Ausnahme vom Besuchsverbot durch ein besonderes berechtigtes Interesse geltend gemacht werden. In Schleswig-Holstein wiederum müssen Ausnahmen vom Betretungsverbot vom Gesundheitsamt genehmigt werden. In Thüringen werden die Ausnahmen von der Leitung der Einrichtung definiert.

                          Informieren Sie vor einem Besuch also eingehend von den Regelungen der jeweiligen Einrichtung. Und halten Sie sich an alle Vorgaben, auch dann, wenn Ihnen Ihre Emotionen eigentlich ein anderes Verhalten wünschen.

                          Kommentare

                          Christopher Seidel 11.06.2021 10:29

                          Super geschriebener und informativer Artikel :-). In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen

                          Christopher Seidel 21.08.2020 10:38

                          Super geschriebener und informativer Artikel :-). Eine sehr gute Aufstellung. In diesen Blog werde ich mich noch richtig einlesen 🙂


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                            Was bedeutet Corona für Pflegekräfte?

                            Deutschland im Mai 2020. Die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, ist gesunken. Das bedeutet noch keine Entwarnung für Pflegekräfte, die täglich körpernahe Dienste am Patienten verrichten. Eine Ansteckung bei Patienten oder auch bei Kollegen ist weiterhin möglich. Was gilt es zu beachten? Wie kann der Arbeitgeber sein ohnehin knapp bemessenes Personal schützen?

                            Ein Blick auf die Zahlen

                            Tatsächlich fehlt eine allgemeine Erhebung der Covid-19 Fälle im Krankenhaus. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin führt allerdings ein Register der verfügbaren intensivmedizinischen Betten, die für Corona-Patienten zur Verfügung gestellt wurden. Demnach gibt es zum Stand am 11. Mai 2020 1586 Covid-19 Fälle, die intensivmedizinisch behandelt werden. Hiervon müssen 1053 Patienten beatmet werden. Da dieses Register allerdings nicht von allen Krankenhäusern genutzt wird, ist eine Aufrechnung auf die Gesamtzahlen der Infizierten im Krankenhaus nur bedingt möglich. Gleichzeitig gibt es auch die Aufnahme von Covid-19 Patienten, die keine intensivmedizinische Therapie benötigen. Insgesamt sinken die Zahlen der Corona-Patienten in den Krankenhäusern. Am 14. April 2020 wurden vom DIVI noch 2572 Covid-19 Patienten in den Krankenhäusern verzeichnet.

                            Schutzmaßnahmen für Pflegekräfte

                            Ansteckungen von Pflegekräften sind nicht selten. So gab es etwa im Klinikum Links der Weser in Bremen 32 Mitarbeiter, die positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. In Potsdam im Klinikum Ernst-von-Bergmann waren dies sogar 174 Mitarbeiter. Wir alle kennen inzwischen die Empfehlungen vom Robert Koch Institut. Wie gut lassen sich diese im Pflegealltag umsetzen? Sind für den Schutz von Pflegepersonen Maßnahmen vonnöten, die über diese Empfehlungen hinausgehen?

                            Die Maskenpflicht

                            Was für den Einkauf im Supermarkt gilt, sollte im Krankenhausalltag obligatorisch sein: Das Tragen von Mund-Nasenmasken. Hier sollten natürlich medizinisch geprüfte Masken zum Einsatz kommen. Eine selbstgeschneiderte Maske oder gar ein Schal, wie es beim Einkauf von Lebensmitteln möglich ist, hat im Pflegebetrieb nichts zu suchen.

                            Das Screening aller Pflegekräfte

                            Auch auf ein wöchentliches Screening der Pflegekräfte und alle Mitarbeiter, die im Patientenkontakt stehen, darf nicht verzichtet werden. Patienten mit Atemwegserkrankungen gehören zur besonders gefährdeten Risikogruppe. Es wäre unverantwortlich, würden Pflegekräfte das Virus an einen solchen Patienten unwissentlich weitergeben. Mitarbeiter, die Erkältungssymptome zeigen, sind sofort zu testen.

                            Feste Teams und längere Schichten

                            In einigen Krankenhäusern wurden auch 12-Stunden Schichten eingeführt. Somit bleiben Patienten länger in Kontakt mit denselben Pflegekräften. Es kann auch sinnvoll sein, feste Teams anzulegen, so dass immer dieselben Pflegekräfte zusammenarbeiten. Natürlich ist auch für einen entsprechenden Freizeitausgleich nach den verlängerten Schichten zu sorgen.

                            Räumliche Distanz zwischen den Pflegekräften

                            Wer Pflegeleistungen nahe am Menschen erbringt, kann zu diesen Menschen natürlich keinen Abstand halten. Aber ein Abstandsgebot zu anderen Pflegekräften ist durchaus umsetzbar. So etwa in der Kantine oder in Aufenthaltsräumen für die Pflegekräfte. Die Übergabe zwischen den Schichten kann von Pflegekraft zu Pflegekraft erfolgen. Es ist nicht notwendig, dass sich das ganze Team hierbei im selben Raum aufhält. Und auch die Anzahl der Mitarbeiter, die im Fahrstuhl befördert werden, kann auf zwei Personen begrenzt werden.

                            Besuchsverbote einhalten

                            Seit Mitte April 2020 sind Besuche in Krankenhäusern und anderen Pflegeeinrichtungen verboten. Anfang Mai 2020 wurden diese für Ausnahmefälle wieder gelockert. Die Bundesländer regeln teilweise recht unterschiedlich, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit ein Besuch ausnahmsweise möglich ist. Teilweise liegt es auch in der Hand der Leitung eines Krankenhauses oder einer Pflegeeinrichtung, adäquate Hygienemaßnahmen für Besuche zu entwickeln und umzusetzen. Ein reduziertes Besuchsaufkommen ist einer Neuinfektion eines Menschen, der einer Corona-Risikogruppe angehört, sicherlich vorzuziehen.

                            Fahrdienste für das Pflegepersonal

                            Öffentliche Verkehrsmittel sollten für Pflegekräfte tabu sein. In einigen Krankenhäusern ist man dazu übergegangen, einen eigenen Fahrservice für das Pflegepersonal zu entwickeln. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass sich Pflegekräfte im öffentlichen Raum bei anderen Menschen anstecken.

                            Kommentare

                            Andreas Lampe 11.10.2021 15:03

                            Dieser Beitrag zeigt gut, wie sich Corona auf den Alltag von Pflegekräften auswirkt. Es stimmt, dass dabei inzwischen der Mundschutz obligatorisch ist, da beim Pflegen es nicht möglich ist, Abstand zu wahren. Ich möchte auch wieder zurück in die Pflege, deshalb sondiere ich gerade die Stellenangebote für Kinderkrankenschwestern.

                            Noah 30.12.2020 12:46

                            Es ist gut, dass es Schutzmaßnahmen für Pflegekräfte gibt. Meine Schwester arbeitet in einem Altenheim und fühlt sich zum Glück sicher genug. Werden auch irgendwann Schnelltests eingeführt?


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                              Was bedeutet Corona für pflegende Angehörige?

                              Was bedeutet Corona für pflegende Angehörige?

                              Die Corona-Pandemie stellt die Organisation von Pflege vor besondere Herausforderungen. Bei körpernahen Pflegehandlungen ist ein Sicherheitsabstand von 2 Metern natürlich nicht denkbar. Und was passiert, wenn eine Pflegekraft Symptome der Erkältung zeigt? Dann ist zeitig für Ersatz zu sorgen.

                              Das Corona Virus: Es gibt kaum einen Aspekt in unserem Leben, der nicht von diesem Thema beeinflusst wird. Die Nachrichtensendungen im Fernsehen widmen sich an manchen Tagen fast nur noch dieser Pandemie und unser Alltag hat sich durch Covid 19 nicht unerheblich verändert. Nicht wenige Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, ihr Büro nach Hause zu verlegen. Für Pflegekräfte gibt es diese Option natürlich nicht.

                              Die Pflege von Angehörigen in Zeiten von Corona

                              Die Corona-Pandemie ist vor allem auch für die Pflege von Angehörigen als eine zusätzliche Herausforderung zu verstehen. Vor allem dann, wenn der unterstützende Pflegedienst ausgefallen ist. Aber auch, wenn andere Hilfsangebote nicht oder kaum noch erreichbar sind. Betagte Menschen gehören zur Risikogruppe, aber Pflege kann nicht mit einem Sicherheitsabstand von zwei Metern durchgeführt werden. Weder der pflegebedürftige Mensch, noch die Pflegeperson sollte sich anstecken. Wie ist das zu lösen?

                              Hygiene ist wichtig!

                              Grundsätzliche Hygienerichtlinien einzuhalten, ist im Kontext der Pflege unabdingbar. Verzichten Sie auf das Schütteln der Hände und vermeiden Sie Umarmungen. Halten Sie, wann immer möglich, einen Sicherheitsabstand von 1,5 Meter Abstand ein. Niesen und husten Sie in die Ellenbogenbeuge. Entsorgen Sie Papiertaschentücher nach dem einmaligen Gebrauch. Fassen Sie sich nicht mit den Händen ins Gesicht. Minimieren Sie soziale Kontakte auf das Nötigste. Der persönliche Kontakt zur pflegebedürftigen Person ist eine Notwendigkeit, aber andere soziale Kontakte lassen sich reduzieren, um das Risiko zu vermeiden, dass Sie selbst als Pflegeperson sich infizieren.

                              Der Sicherheitsabstand

                              Bei körperfernen Pflegehandlungen, wie etwa der Reinigung der Wohnung oder dem Richten von Medikamenten, ist es nicht schwer, den Sicherheitsabstand von eineinhalb oder zwei Metern aufrecht zu erhalten. Achten Sie darauf, dass die körpernahen Pflegehandlungen nur von Personen durchgeführt werden, die sich nicht in einem Corona-Risikogebiet aufgehalten haben und die auch keine Kontakte zu Menschen hatten, die bereits mit Corona infiziert waren. Wer Symptome der Erkältung erkennt, sollte sich mit körpernahe Pflegehandlungen zunächst nicht weiter befassen.

                              Wenn die Pflegeperson ausfällt

                              Doch was ist zu tun, wenn ein pflegender Mensch anfängt, Erkältungssymptome zu zeigen? Die Symptome von Corona und von Erkältungen überschneiden sich in vielerlei Hinsicht. „Das ist ja nur eine Erkältung. Nicht so schlimm“ – Ist keine Antwort in der gegenwärtigen Situation. Suchen Sie rechtzeitig nach einem Ersatz. Vielleicht gibt es ja ein Familienmitglied oder ein netter Mensch aus der Nachbarschaft, der für diese Übergangsphase die Pflege übernehmen kann? Eine Erkältung dauert ungefähr 14 Tage. Diese gilt es zu überbrücken.

                              Arzt- und Therapietermine

                              Verschieben Sie alle Arzt- und Therapietermine, die nicht unbedingt erforderlich sind. Natürlich muss die pflegebedürftige Person in einer akuten gesundheitlichen Notlage den Arzt aufsuchen. Aber eine turnusmäßige Untersuchung kann auch einmal für einige Wochen verschoben werden.

                              Wenn der Pflegedienst nicht mehr zur Verfügung steht…

                              Wenn Sie durch einen Pflegedienst unterstützt wurden, dieser aber vorübergehend nicht mehr zur Verfügung steht, dann gilt es, die Pflege neu zu strukturieren. Vielleicht gelingt es Ihnen, die Arbeitszeit flexibler zu gestalten? Vielleicht können Sie Ihren Arbeitsplatz ins Home-Office verlegen? Auch das kann zu einer großen Herausforderung werden. Denn die Pflege zu Hause ist eine anspruchsvolle Aufgabe und wenn die pflegebedürftige Person Hilfe braucht, muss die andere Arbeit warten. Vielleicht gelingt es Ihnen, trotzdem konzentriert zu arbeiten? Jeder Mensch ist hier anders gestrickt und Sie werden diesbezüglich ganz individuelle Erfahrungen machen. Eine Option kann auch die „Verhinderungspflege“ sein. Diese können Sie für bis zu acht Stunden pro Tag in Anspruch nehmen.

                              Eine Höherstufung des Pflegegrads

                              Für die Bewertung des Pflegegrads werden in Corona-Zeiten keine körperlichen Begutachtungen der Betroffenen durchgeführt. Sie können aber trotzdem auch jetzt den Antrag stellen. Denn die Pflegeleistungen werden ab dem Datum der Antragstellung ausbezahlt.

                              Kommentare

                              Nina Hayder 14.03.2022 09:30

                              Ich suche einen Pflegedienst für meine. Mutter. Gut zu wissen, dass dies auch während Corona möglich ist. Daher finde ich es toll, wenn die Hygiene hier an erster Steller steht.

                              Hannes Bartschneider 27.01.2022 13:50

                              Ich bin ein pflegender Angehöriger. Während Corona musste sich auch einiges beim ambulanten Pflegedienst ändern, der mich unterstützt. Ich werde mal schauen, ob ich vielleicht ins Home Office wechseln kann.

                              Nina Hayder 25.10.2021 08:20

                              Ich suche eine ambulante Pflege in Magdeburg für meine Mutter. Gut zu wissen, dass man auch mit Corona die Pflege beantragen kann, da oft der Abstand eingehalten werden kann. Ich hoffe, ich finde eine gute Pflege für meine Mutter.

                              Nina Hayder 27.09.2021 14:07

                              Meine Mutter ist momentan in der Seniorenbetreuung. Gut zu wissen, dass vor allem durch Corona die Hygiene besonders wichtig ist, um sie nicht anzustecken. So kann ich sie beruhigt dort lassen, ohne mich um sie dauerhaft zu kümmern.

                              Dennis Becker 28.08.2021 16:45

                              Meine verwitwete Oma braucht zunehmend mehr Hilfe im Alltag. Da ist es gut zu wissen, dass man auch in der Corona-Krise auf einen ambulanten Pflegedienst zählen kann und die Hygienevorschriften seriös eingehalten werden. Daher suchen wir nun nach einem erfahrenen Pflegedienst.


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                                Demenzerkrankungen und Schlafstörungen

                                Demenzerkrankungen und Schlafstörungen

                                Zwischen Schlafstörungen und Demenzerkrankungen besteht eine Wechselwirkung. Die Demenz stört den Schlaf aber andersherum begünstigen Schlafstörungen auch die Ausbildung einer Demenz. Auch für pflegende Angehörige wird der gestörte Schlaf einer erkrankten Person zur Belastung. Denn diese bestimmen nicht selten den ganzen Ablauf eines Tages und natürlich auch der Nacht.

                                Rund acht Stunden verbringt der Mensch jede Nacht im Schlafzustand. Das ist genau ein Drittel unseres Lebens. Die Frage, warum der Mensch überhaupt schläft und warum er träumt, ist bis heute nicht endgültig beantwortet. Aber was wir wissen: Ohne Schlaf können wir nicht leben. Unser Gedächtnis und der Schlaf sind auf vielfältige Weise miteinander verbunden. Wer dauerhaft unter Schlafstörungen leidet, hat auch eine geringere geistige Leistungsfähigkeit. Wann und wie ein Mensch schläft, das ist eine recht individuelle Sache. Bis zu einem gewissen Grad ist der Mensch dazu in der Lage, seinen Schlaf in Hinsicht auf Schlafdauer und Uhrzeit anzupassen. Wer aber dauerhaft gegen die eigene innere Uhr schläft, lebt nicht gesund. Hormone im Gehirn steuern den Rhythmus von Schlaf- und Wachzustand. Vor allem das Hormon Melatonin, das bei Einsetzen der Dunkelheit ausgeschüttet wird, spielt hier eine wichtige Rolle.

                                Schlafen im Alter

                                Der Schlaf im Alter gilt als weniger tief. Viele ältere Menschen schlafen kürzer und wachen häufiger auf. Bisweilen ändert sich der Schlaf-Wach-Rhythmus im Alter vollständig. Äußere Zeitgeber, wie Licht und Dunkelheit, spielen dann eine geringere Rolle. Dazu kommen Schlafstörungen. Auch zwischen der Demenz und dem Schlaf gibt es einen engen wechselseitigen Zusammenhang: Ein schlechter Schlaf kann die Symptome der Demenz verstärken. Umgekehrt kann auch die Erkrankung eine Ursache für schlechten Schlaf sein.

                                Schlafstörungen und das Demenzrisiko

                                Schlafstörungen bei gesunden Erwachsenen erhöhen das statistische Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Vor allem die Schlaf-Apnoe, die sich durch Veränderungen im Nasenrachenraum, aber auch durch Übergewicht ergeben kann, tritt als Schlafstörung bei noch nicht an Demenz erkrankten Erwachsenen häufig auf. Hierbei verschließt sich während des Schlafs immer wieder für eine kurze Zeit die obere Luftröhre. Ein Gefühl des Erstickens kann dann die folge sein. Hierdurch wird der Nachtschlaf weniger tief und damit auch weniger erholsam. Diese Atemstörungen während des Schlafs werden mit einem zwei- bis sechsfach erhöhtem Risiko für kognitive Beeinträchtigungen und der Entwicklung einer Demenz verbunden.

                                Zusammenhänge zwischen der Alzheimer Demenz und Schlafstörungen

                                Schlafstörungen hängen eng mit der Ablagerung von Beta-Amyloid im Gehirn zusammen. Diese Ablagerungen sind auch eine Ursache für die Alzheimer Krankheit. So haben wissenschaftliche Studien herausgefunden, dass auch Schlafentzug zu einer verstärkten Tätigkeit der Nervenzellen führt, die für die Ablagerung von Beta-Amyloid verantwortlich sind. Gesunder Schlaf spielt auch für das Drainage-System im Gehirn eine wichtige Rolle. Das Drainage-System ist dazu in der Lage, schädliche Stoffwechselprodukte abzubauen, die im Zuge einer neurodegenerativen Krankheit entstehen. Wenn wir schlafen wird das Drainage-System aktiv, bei schlechtem Schlaf arbeitet dieses System nur mangelhaft.

                                Wenn die Demenz zur Schlafstörung führt

                                Schlafstörungen sind ein Faktor, der die Demenz begünstigen kann. Aber auch umgekehrt: Menschen mit Demenz entwickeln überproportional häufig an Schlafstörungen. So wird Schlaf Apnoe bei bis zu 80 Prozent aller an Demenz erkrankten beobachtet. Mit dem Schweregrad der Demenz nehmen auch die Häufigkeiten der Schlafstörungen zu. Typisch sind ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus und ein wiederholtes Einnicken im Verlauf des Tages. Dazu kommen Unruhe und Verhaltensauffälligkeiten am Abend, das sogenannte „Sundowning“.

                                Die Belastung für die Pflegenden

                                Die Demenzerkrankungen im Zusammenhang mit den Schlafstörungen kann zu einer großen Belastung für die Pflegekräfte und die Angehörigen werden. Denn die Schlafprobleme prägen den ganzen Tagesablauf und stören auch die Nachtruhe. Pflegende Angehörige schlafen dann selbst schlechter und sind im darauffolgenden Tag weniger Leistungsfähig. Hier wird es wichtig die Balance zwischen den pflegerischen Notwendigkeiten und den eigenen Bedürfnissen der Pflegeperson nach gesundem Schlaf zu finden.

                                Kommentare

                                Martin Lobinger 27.01.2021 13:56

                                Ich stimme aus der Erfahrung eines Freundes von mir zu, dass für pflegende Angehörige der gestörte Schlaf einer erkrankten Person zur Belastung wird. Sein Opa litt nämlich an einer demenzbedingten Schlafstörung. Zum Glück hatte seine Familie rechtzeitig eine freundliche und kompetente ambulante Pflegekraft gefunden, die sie entlastet hat.

                                Leopold Müller 21.01.2021 19:55

                                Danke für die Informationen zum Zusammenhang zwischen Schlafproblemen und der Demenz. Dieser Teufelskreis führt natürlich dann auch zum sundowning und zu weiteren physischen Beeinträchtigungen. Dies ist wirklich auch schwierig für die Pflegenden, ein Bekannter von mir wurde dement und braucht schon länger eine 24-Stunden-Pflege.


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                                  10 Jahre Betreuung zuhaus´

                                  10 Jahre ist es nun her, seit die Agentur Betreuung zuhaus´ ihre Dienstleistungen anbietet. 10 Jahre häusliche Betreuung. Während andere nur über den Pflegenotstand debattieren, haben wir gehandelt und unseren Beitrag zur Versorgung vieler Menschen mit Pflegebedürftigkeit geleistet.

                                  10 Jahre günstige Betreuung zu Hause

                                  Pflege ist oft auch eine Kostenfrage. In manchen Situationen scheint dies fast nicht lösbar. Vor allem dann, wenn die Pflege zu Hause gelöst werden soll, müssen kreative Lösungen gefunden werden. Wir setzen seit 10 Jahren auf internationale Pflegekräfte. Der Schwerpunkt liegt hierbei bei motivierten Arbeitskräften aus Polen. Natürlich werden alle Pflegekräfte sozialgerecht und nach Mindestlohn bezahlt. Alle Sozialversicherungsbeiträge werden ordnungsgemäß und in voller Höhe abgeführt. Denn unser Pflegepersonal soll auch den eigenen Ruhestand genießen können und muss sich nicht vor Altersarmut fürchten. Ein Merkmal, das uns von anderen Anbietern unterscheidet? Bilden Sie sich selbst ein Urteil.

                                  10 Jahre eine Alternative zum Pflegeheim

                                  Der Mensch spart sich ein Leben lang die Mittel für ein eigenes Häuschen zusammen und dann tritt die Pflegebedürftigkeit ein. Da ist es natürlich ganz besonders traurig, ins Pflegeheim umziehen zu müssen. Die eigene Wohnung aufzugeben und anderswo noch einmal von vorne anzufangen. Und gerade im Kontext einer Demenz ist es so wichtig, vertraute Räume und vertraute Menschen um sich zu haben. Die Verwirrung wird dann vielleicht noch größer, wenn sie von einem Umzug in ein Pflegeheim begleitet wird. Wen wunder es, wenn die pflegebedürftige Person von der Idee, künftig im Pflegeheim zu leben, nur wenig begeistert ist. Die Betreuung zu Hause ist hier die Alternative. Seit nunmehr 10 Jahren hilft unsere Agentur dabei, Lösungen für eine Pflege zu Hause zu finden. Freundliche und motivierte internationale Pflegekräfte waren seit einer Dekade nun in vielen Fällen eine gute Option für eine solide Betreuung zu Hause. Für eine stimmige Alternative zum Pflegeheim. Für ein Leben in den eigenen vier Wänden, umgeben von jenen Menschen und Gegenständen, die man im Verlauf vieler Jahre lieben gelernt hat.

                                  10 Jahre engagierte Pflegekräfte

                                  Pflege, das bedeutet mehr als routinierte Handgriffe. Pflege bedeutet, sich einem Menschen zuzuwenden. Freundlichkeit, Herzlichkeit und Motivation sind Schlüsselqualifikationen für engagierte Pflegekräfte. Betreuung zuhaus´ vermittelt motivierte Pflegekräfte aus Osteuropa. Das sind liebenswerte Menschen, die echtes Interesse an der Arbeit und an den Zielpersonen mitbringen. Seit dem 7. Januar 2010 sind wir als Agentur für Pflegekräfte tätig. Wir freuen uns, dass wir auf diese Weise vielen Menschen helfen konnten und auch in Zukunft weiter helfen werden.

                                  10 Jahre Vernetzung

                                  Im Kontext der Pflege ist die Vernetzung mit anderen Hilfsangeboten sehr wichtig. Von Anfang an setzen wir auf die gute Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, Betreuungsinstitutionen und Rehabilitationskliniken. Wir pflegen auch gute Kontakt zu Beratungsstellen für die Seniorenbetreuung und Fachberatungen für Alzheimer-, Demenzkranke und Schlaganfallpatienten. Wir werden auch in Zukunft diese Kontakte pflege und weiter ausbauen. Auf diese Weise ist es möglich, Kompetenzen zu bündeln und Hilfsangebote zu optimieren.

                                  10 Jahre 24 Stunden-Betreuung

                                  Eine Betreuung rund um die Uhr wird oft als ganz besondere Herausforderung angesehen. Wie kann das eine Person aus der Familie leisten? Wer selbst noch einer anderen Arbeit nachgehen möchte oder Kinder zu versorgen hat, kann eine 24 Stunden-Betreuung nicht bieten. Die von uns vermittelten Pflegekräfte und Haushaltshilfe sind für eine 24-Stunden Versorgung ausgebildet. Dabei wechseln sich die Betreuungskräfte im 2-Monate Rhythmus ab. Das bedeutet viel gemeinsame Zeit, um sich gegenseitig kennen zu lernen. In der Regel übernachtet die Betreuungskraft auch in einem Zimmer im selben Haus wie die pflegebedürftige Person. So ist sie als Ansprechpartner wirklich rund um die Uhr erreichbar. Natürlich nimmt sie auch an gemeinsamen Mahlzeiten mit der pflegebedürftigen Person teil. So, wie eben in einem richtigen Familienleben.

                                  Der Blick nach vorne

                                  10 Jahre sind geschafft. Und natürlich soll es weitergehen! Auch in der Zukunft möchten wir Ihr kompetenter Partner sein für die Vermittlung motivierter Pflegekräfte. Wir möchten Lösungen finden für eine bedürfnisgerechte Umsetzung der Pflege zu Hause. Eine Alternative zum Pflegeheim und ein würdiger Ruhestand in den eigenen vier Wänden.


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                                    Leben mit der Demenz

                                    Leben mit der Demenz

                                    Die Demenz gilt als ein psychiatrisches Syndrom. Ursache für die Demenz können sowohl degenerative, wie auch nichtdegenerative Erkrankungen des Gehirns sein. Der lateinische Begriff „demens“ kann mit „unvernünftig“ bzw. „ohne Verstand“ übersetzt werden. Eine Demenz führt zu Defiziten in emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten. Wer unter einer Demenz leidet, dem fällt es mit zunehmenden Krankheitsverlauf immer schwerer, den Alltag zu meistern. Im Gegensatz zur „angeborenen Minderbegabung“ verliert eine Person, die unter Demenz leidet, zunehmend Denkfähigkeiten, die im Verlauf des Lebens erworben wurden.

                                    Die medizinische Definition einer Demenz

                                    Die Demenz wird im medizinischen Sinne anhand von diagnostischen Kriterien beschrieben. Dabei spielt eine Kombination von Symptomen des zunehmenden Abbaus der emotionalen, kognitiven und sozialen Fähigkeiten im Verlaufe der Krankheit, die zu einer Beeinträchtigung von beruflichen und auch allgemeinen sozialen Funktionen führen. Im Zentrum der Diagnose steht die Gedächtnisstörung. Diese beginnt meist mit Störungen im Kurzzeitgedächtnis und führt längerfristig zu Störungen der Orientierungsfähigkeit. Der Zugriff auf Inhalte des Langzeitgedächtnisses bleibt auch im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf oft erhalten. Die Demenz wird nach ICD 10 über den Diagnoseschlüssel F00-F03 definiert. Der US-amerikanische Diagnoseschlüssel DSM-5 verzichtet auf den Begriff Demenz mittlerweile gänzlich und führt neurokognitive Störungen, wie die Alzheimer-Krankheit, Schädel-Hirn-Trauna oder Störungen im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit unter eigenständigen Schlüsseln auf.

                                    Formen der Demenz

                                    Der Begriff „Demenz“ fasst verschiedene neurokognitive Störungen zusammen. Sehr häufige Formen der Demenz sind die Alzheimer-Krankheit, die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körpcherchen-Demenz und die Frontotemporale Demenz (= Pick Krankheit). Seltenere Formen der Demenz sind die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, das durch Alkoholmissbrauch verursachte Korsakow-Syndrom und die Demenz, die im Zusammenhang mit einer Prakinson-Krankheit entsteht. Auch Tumore, Hämatome und ein Hydrozephalus können die Auslöser einer Demenz sein. Diese können sich auch wieder zurückbilden, wenn die auslösende Ursache entfernt wurde.

                                    Die Verbreitung der Demenz

                                    Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko an einer Demenz zu erkranken. So liegt der Anteil der 65 bis 69-jährigen mit einer Demenzerkrankung bei nur 1,2%. In der Altersgruppe der 85 bis 89-jährigen steigt dieser bereits auf 23,9%, bei den über 90-jährigen sogar auf 34,6%. Bis zum Jahr 2050 wird in Deutschland mit 3 Millionen Demenzerkrankungen gerechnet.

                                    Das Lebensalter als Risikofaktor

                                    Der größte Risikofaktor für die Demenz ist das Lebensalter. Und so sind auch Frauen, die gemeinhin ein höheres Lebensalter als Männer erreichen, vom Risiko der Demenz höher betroffen. Als weitere Risikofaktoren für die Demenz werden Depressionen genannt. Depressionen können während der Demenz auftreten, aber auch schon vor der Erkrankung. Auch kardiovaskuläre Faktoren, wie die Hypertonie, eine Niereninsuffizienz, ein hoher Homocysteinspiegel oder Adipostas werden zu den Risikofaktoren der Demenz gezählt.

                                    Die Diagnostik der Demenz

                                    Die Krankheitsgeschichte, insbesondere unter Berücksichtigung der Angaben der Bezugspersonen der an Demenz erkrankten Person können im Kontext der Differentialdiagnose wichtige Angaben zur Diagnosefindung liefern. Der betroffenen Person sind die Gedächtnisstörungen selbst oft nicht bewusst. Auch kann der Arztbesuch selbst dazu führen, dass die Störungen im Gedächtnis für kurze Zeit aussetzen. Zur Diagnose einer Demenz können auch die Computertomografie und die Kernspintomografie eingesetzt werden. Außerdem wird ein Blutbild erstellt, sowie ein Vitamin-B12 Spiegel. Des Weiteren sollten die Blutzuckerwerte, die Leberwerte, sowie die Nierenwerte, die Schilddrüsenhormone und die Elektrolyte überprüft werden.

                                    Leben mit der Demenz

                                    Mit fortschreitender Erkrankung kann das Leben der betroffenen Person, sowie der Angehörigen, komplizierter werden. Einfachste Aufgaben des Tagesablaufs können dann nicht mehr bewältigt werden. An diesem Stadium der Krankheit stellt sich die Frage, ob zusätzlich zu den Hilfen aus dem sozialen Umfeld der an Demenz erkrankten Person auch eine externe Pflegekraft hinzugezogen werden soll. Eine solche Pflege kann entweder in einem Pflegeheim realisiert werden oder auch über eine Pflegekraft im bisherigen räumlichen und sozialen Umfeld der erkrankten Person.


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                                      Pflege-Bahr – Die geförderte Pflegezusatzversicherung

                                      In den meisten Fällen deckt die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Pflegekosten ab. In diesem Fall muss die pflegebedürftige Person oder auch ihre Angehörigen ggf. die verbliebenen Kosten decken. Das kann zu einem erheblichen finanziellen Aufwand werden. Eine private Pflegeversicherung kann dann für den Pflegefall vorsorgen. Es gibt auch eine staatlich geförderte Variante der privaten Pflegeversicherung. Der Pflege-Bahr wurde am 1. Januar 2014 eingeführt.

                                      Staatlich Förderung für die private Pflegeversicherung

                                      Benannt nach dem damaligen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr von der FDP und verankert im Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) wurde der Pflege-Bahr am 1. Januar 2013 eingeführt. Mit dieser Förderung sollen Menschen, die eigenverantwortlich für die Möglichkeit einer Pflegebedürftigkeit vorsorgen, aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden. Denn die gesetzliche Pflicht-Pflegeversicherung ist so konzipiert, dass sie nur einen Teil der Kosten für die Pflege übernimmt. Unabhängig vom Einkommen werden beim Pflege-Bahr pro Jahr 60 Euro aus öffentlichen Mitteln Zuschuss geleistet. Dabei ist es unerheblich, ob der Versicherungsnehmer gesetzlich oder privat pflegeversichert ist. Allerdings ist nicht jede Pflegezusatzversicherung dazu geeignet, durch den Pflege-Bahr staatlich gefördert zu werden. Hierzu müssen klare vorgeschriebene Bedingungen erfüllt werden.

                                      Die Voraussetzungen für die staatliche Förderung

                                      Pflegebar-Versicherungen müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um aus öffentlichen Mitteln gefördert werden zu können. So muss es sich bei der Pflegeversicherung immer um eine Pflege-Tagegeld oder eine Pflege-Monatsgeld Versicherung handeln. Das bedeutet, dass die Versicherung im Pflegefall einen vereinbarten festen Geldbetrag für jeden Pflegetag leistet. Die Beiträge können dabei natürlich auch monatlich als Gesamtsumme auf das Konto des Versicherten überwiesen werden. Versicherungen, bei denen ein bestimmter Gesundheitszustand des Versicherten bei Abschluss des Vertrages vorausgesetzt wird, sind bei der Förderung per Pflege-Bahr ausgeschlossen. Auch Risikozuschläge, die im Zusammenhang von Vorerkrankungen erhoben werden, sind unzulässig. Dies gilt auch für Leistungsausschlüsse. Eine weitere Voraussetzung für die Förderung mit Pflege-Bahr ist eine Höhe von Versicherungsprämien, die sich ausschließlich am Eintrittsalter des Versicherungsnehmers bei Vertragsabschluss und den Konditionen des Versicherungsunternehmens richtet. Die Versicherung muss außerdem für jeden Pflegegrad individuelle Leistungen ansetzen.

                                      Weiterhin sind Versicherungen ausgeschlossen, deren Leistungen höher angesetzt sind als die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung im jeweiligen Pflegegrad. Minimalbeiträge müssen garantiert sein. Diese liegen bei 60 Euro für Pflegegrad 1 und 600 Euro bei Pflegegrad 5. Die Förderung per Pflege-Bahr setzt einen Mindestbeitrag des Versicherungsnehmers von zehn Euro pro Monat bzw. 120 Euro pro Jahr voraus. Die Abschlusskosten dürfen zwei Monatsbeiträge nicht überschreiten. Die Verwaltungskosten dürfen maximal bei zehn Prozent der Bruttoprämie liegen. Außerdem darf die Wartezeit zum Beginn der Leistungspflicht fünf Jahre nicht überschreiten. Ausgeschlossen für die Pflege-Bahr Förderung sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, sowie pflegebedürftige Menschen, die bereits Empfänger von Pflegeleistungen sind. Es ist möglich, eine geförderte Pflegeversicherung bis zu drei Jahre lang ruhen zu lassen und beitragsfrei zu stellen, wenn die Leistung der Versicherungsprämien finanziell nicht mehr gestemmt werden können. Eine Kündigung durch den Versicherungsnehmer ist aufgrund finanzieller Hilfebedürftigkeit jederzeit möglich.

                                      Die formalen Voraussetzungen für den Versicherten sind relativ niederschwellig angelegt. Damit soll auch Menschen, für die andere Konzepte der privaten Pflege-Vorsorge nicht zugänglich sind, ein Vertrag ermöglicht werden. Zielgruppe für den Pflege-Bahr sind auch Menschen mit einem geringen Einkommen oder mit einer Vorerkrankung.

                                      Pflege-Bahr Versicherungen: Leistungen und Kosten

                                      Die Tarife und Kosten der unterschiedlichen Anbieter können erheblich voneinander variieren. Ein Vergleich der Angebote kann sich also lohnen. Der Mindestbeitrag beträgt zehn Euro. Die staatliche Zulage liegt in diesem Fall bei fünf Euro. Die Höhe der Beiträge richtet sich vor allem auch nach dem Alter des Versicherungsnehmers zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. Verschiedene Online-Tools können bei einer ersten Selektion der Angebote helfen. Ein formelles Höchsteintrittsalter für den Abschluss eines Vertrags gibt es nicht. Die Versicherungsprämien sind bei einem Abschluss ab einem Alter von 60 Jahren allerdings sehr hoch. Ob sich ein Abschluss dann noch lohnt, bleibt die Entscheidung des Versicherungsnehmers.


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                                        Ambulante und stationäre Pflege aus Sicht der Pflegebedürftigen

                                        Wird ein Mensch pflegebedürftig, dann stellt sich die Frage, ob die Pflege zu Hause oder im Pflegeheim umgesetzt werden soll. Beide Konzepte haben ihre Vorteile und auch Nachteile.

                                        Nur selten wird von pflegebedürftigen Menschen der Wunsch geäußert, den eigenen Lebensabend im Pflegeheim zu verbringen. Wann immer es möglich ist, wird die Pflege zu Hause bevorzugt. Weiter zu leben in den Räumlichkeiten, die einem vertraut sind, im Umfeld der Familie, jenen Menschen die man kennt und bei denen man sich sicher fühlt. Die Pflege zu Hause kann von den Angehörigen selbst oder über einen Pflegedienst durchgeführt werden. Im Idealfalle natürlich von immer denselben Pflegekräften, die der erkrankten Person die notwendige Vertrautheit und Sicherheit vermitteln. Und doch gibt es sowohl für die Pflege im Pflegeheim, wie auch für die Pflege zu Hause gute Argumente.

                                        Argumente für die Pflege im Pflegeheim

                                        Das geschulte Pflegepersonal ist im Pflegeheim eigentlich immer Verfügbar. Und zwar Tag und Nacht. Pflegende Angehörige hingegen benötigen auch ihre Auszeiten und in der Nacht ihren Schlaf. Da fällt es im Pflegeheim schon etwas leichter, den Nachtdienst herbei zu klingeln als die eigene Tochter zu Hause, die sich auch über ein paar Ruhestunden freut. Das Pflegeheim ist natürlich auch perfekt auf pflegebedürftige Menschen eingestellt. Hier stellt sich die Frage einer Umgestaltung der Räumlichkeiten kaum. Das Zimmer im Pflegeheim liegt bereits im Erdgeschoss und falls nicht, dann steht auch der benötigte Aufzug bereit. Alles ist rollstuhl- oder behindertengerecht eingerichtet.

                                        Ein weiteres Argument, das für die Betreuung im Pflegeheim spricht: Hier kommen erfahrene und (im Idealfalle) auch gut ausgebildete Pflegekräfte zum Einsatz. Diese Kenntnisse müssen Angehörige, die zu Hause die Pflege sichern wollen, erst erwerben. Und die Erfahrung wächst dann auch erst mit der Praxis. Bei der Pflege im Pflegeheim stellt sich auch nicht die Frage eines Umbaus des Badezimmers und des Pflegezimmers. Alle Hilfsmittel sind im Alten- bzw. Pflegeheim bereits vorhanden und eine Selbstverständlichkeit. In guten Pflegeheimen wird auch gesellige Aktivität angeboten: Gruppenspiele, gemeinsames Singen oder sogar die Zubereitung der Mahlzeiten können den Tag interessant gestalten. In der häuslichen Pflege ist über weite Stunden nur die pflegende Person vor Ort. Das schränkt die Geselligkeit natürlich ein. Die Einnahme der Medikamente ist im Pflegeheim professionell organisiert, die Medizin ist im Schrank sicher verschlossen. Durch die Teamarbeit des Fachpersonals werden Kompetenzen gebündelt und eine professionelle Pflege gesichert.

                                        Argumente für die Pflege zu Hause

                                        Wer im vertrauten Umfeld wohnen bleibt, kann sich leichter orientieren. Einer allzu ausgeprägten Verwirrung kann auf diese Weise entgegengewirkt werden. Das Umfeld von vertrauten Personen schafft Sicherheit und Orientierung. Die Räumlichkeiten zu Hause können im Gegensatz zum Pflegezimmer im Heim ganz individuell eingerichtet werden. Liebgewonnene Möbelstücke können weiter genutzt werden. Meistens ist das Wort des Patienten zu Hause auch mehr wert als im Pflegeheim. Wer möchte schon der eigenen Mutter widersprechen? Die zu pflegende Person kann bei einer Betreuung zu Hause ganz einfach in familiäre Aktivitäten eingebunden werden. Auch Ausflüge sind spontan möglich, insofern es die Pflegesituation zulässt. Während im Pflegeheim die Essenszeiten, die Aufstehzeiten und oft sogar der Weg zur Dusche ganz streng und formell geregelt sind, ist es den Angehörigen bei der Pflege zu Hause oft möglich, hier ganz individuell auf die Wünsche der betroffenen Person einzugehen. Hier wird auch nicht in einer Großküche gekocht. Auf individuelle Vorlieben bei der Speise kann Rücksicht genommen werden und auch Unverträglichkeiten können auf diese Weise besser berücksichtigt werden.

                                        Kommentare

                                        Hannes Bartschneider 25.01.2022 16:19

                                        Ich suche nach einer passenden Pflege für Senioren. Genauer gesagt für meine Großeltern. Die Pflege zu Hause finde ich interessant. Besonders, da sich alte Leute im gewohnten Umfeld besser orientieren können.

                                        Anton Schneider 19.12.2021 22:09

                                        Ich finde es klasse, dass für Pflegebedürftige eine Betreuung zu Hause angeboten wird. Das nimmt Angehörigen sicherlich sehr viel Arbeit. Hoffentlich werden die Pflegekräfte bald besser bezahlt. http://www.mischas-pflegedienst.de/

                                        Anton Schneider 19.12.2021 22:09

                                        Ich finde es klasse, dass für Pflegebedürftige eine Betreuung zu Hause angeboten wird. Das nimmt Angehörigen sicherlich sehr viel Arbeit. Hoffentlich werden die Pflegekräfte bald besser bezahlt. http://www.mischas-pflegedienst.de/

                                        Jana 22.08.2021 20:18

                                        Meine Oma wurde plötzlich pflegebedürftig und hat daher einen ambulanten Pflegedienst. Da ich mich mit all dem nicht wirklich auskenne, wollte ich mich mehr damit beschäftigen. Es stimmt, dass es die Pflege für sie zu Hause viel geeigneter ist als in einem Pflegeheim, da sie ihre familiäre Umgebung nicht loslassen möchte.

                                        Lina Seidel 13.01.2021 10:47

                                        Mein Großvater braucht ständig Pflege, wir helfen ihm dabei. Ich möchte eine Reise für mehrere Wochen organisieren und bin daher auf der Suche, wie ich mich trotzdem um ihn kümmern kann. Vielen Dank für diesen Beitrag zum Themas ambulante Betreuung, es kann eine tolle Lösung für uns sein.

                                        Joachim Hussing 10.11.2020 21:21

                                        Vielen Dank für die Informationen zur ambulanten und stationären Versorgung. Mein Vater ist aufgrund seines hohen Alters in einem schlechten Gesundheitszustand. Ich denke, eine häusliche Pflege wäre für meinen Vater im Moment hilfreich.

                                        Igna Krantz 29.10.2020 21:59

                                        Danke für den Beitrag zu Friseursalons. Ich habe lange gesucht, um hilfreiche Informationen dazu zu finden, weil sich meine Schwester dafür sehr interessiert. Die Infos hier werde ich ihr mal weitergeben.

                                        Peter Buschman 10.09.2020 15:34

                                        Der Vater meine Frau ist schon etwas älter und mittlerweile sehr pflege dürftig. Es ist gut zu wissen das, dass Wort des Patienten zu Hause mehr Bedeutung hat als im Pflegeheim. Wir werden uns einen 24 Stundenbetreuung daheim suchen.

                                        Dietrich Bachmann 20.05.2020 18:40

                                        Ich stimme zu, dass das zu Hause bleiben im Alter hilft, der Pflegebedürftiger sich leichter zu orientieren. Das ist wichtig, weil dann fühlt man sich auch wohler zu Hause. Meine Oma ist in dem Alter, wo sie mehr Aufmerksamkeit braucht. Wir werden die richtige Krankenpflege für meine Oma finden.


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                                          Die Pflege nach einem Schlaganfall

                                          Ein Schlaganfall muss nicht zwingend zur dauerhaften Pflegebedürftigkeit führen. Der Schlaganfall kann zu verschiedenen Beeinträchtigungen, wie etwa Störungen im Sehvermögen, Lähmungen der Arme und Beine, aber auch zu Sprachstörungen führen. Nicht selten ist die Pflege (nach einigen Umbaumaßnahmen) des Schlaganfallpatienten auch zu Hause zu gewährleisten.

                                          Ein Schlaganfall sollte schnell diagnostiziert und nicht weniger Schnell zu einer adäquaten Behandlung führen. Ursachen für einen Schlaganfall können die Hirnblutung oder eine Durchblutungsstörung im Gehirn sein. Je länger eine Durchblutungsstörung anhält, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Nervenzellen im größeren Ausmaß zerstört werden. Wer frühzeitige ärztliche Hilfe bekommt, hat im Gegenschluss auch gute Therapie-Chancen.

                                          Der Schlaganfall tritt nicht nur im fortgeschrittenen Alter auf. Schlaganfälle werden sogar schon bei Jugendlichen oder auch bei Kindern verzeichnet. Allerdings ist mehr als die Hälfte der Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, älter als 75 Jahre.

                                          Behinderungen nach einem Schlaganfall

                                          In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen aufgrund ihres Schlaganfalls dauerhaft behindert und damit verbunden pflegebedürftig geworden. Zu den Beeinträchtigungen nach dem Schlaganfall können gehören:

                                          • Störungen des Sehvermögens
                                          • Lähmungen der Beine und der Arme
                                          • Sprachstörungen
                                          • Orientierungsprobleme
                                          • Vergesslichkeit

                                          Bei Eintreten einer Pflegebedürftigkeit nach dem Schlaganfall gilt es verschiedene Fragen zu klären:

                                          • Ist ausreichend ambulante Unterstützung vorhanden, um eine Pflege zu Hause zu realisieren?
                                          • Wie groß ist das Ausmaß der benötigten Umbaumaßnahmen für die Wohnung und vor allem für das Badezimmer?
                                          • Welche Angehörigen und Freunde (oder auch Nachbarn) stehen zur Verfügung, die Unterstützung zu gewährleisten? Ist eine externe Pflegekraft erforderlich?
                                          • Welche Hilfsmittel stehen zur Verfügung, um die Selbstständigkeit des Schlaganfall-Patienten möglichst weit wiederherzustellen?

                                          Schlaganfall ist nicht gleich Schlaganfall

                                          Der weitere Krankheitsverlauf nach einem Schlaganfall kann sich recht unterschiedlich entwickeln. Nicht wenige Patienten können nach einiger Zeit der Rehabilitation wieder ein selbstbestimmtes Leben führen. Andere bleiben dauerhaft ein Pflegefall. Es gibt sogar Schlaganfall-Patienten, die nach einiger Zeit auch wieder ohne Einschränkungen Autofahren können. Die Pflegebedürftigkeit kann also temporär ausfallen oder auch dauerhaft. Dies sollte natürlich auch bei der Investition in bauliche Maßnahmen der eigenen Wohnung zur Gewährleistung der Pflege mitberücksichtigt werden.

                                          Besondere Anforderung an die Pflege von Schlaganfallpatienten

                                          Die Lage des Patienten muss regelmäßig verändert werden, auch dann, wenn der Patient in seiner Bewegung eingeschränkt ist. Dies betrifft nicht nur Menschen, die bettlägerig geworden sind. Auch das Wundsitzen kann zu einem Problem werden. Achten Sie außerdem darauf, dass dem Patienten ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird, selbst dann, wenn er unter einer Blasenschwäche oder Inkontinenz leidet. Flüssigkeitsarmut im Körper kann zu einem weiteren Schlaganfall führen. Duschen ist oft weniger belastend als das Wannenbad. Ein Duschocker kann hier eine wichtige Unterstützung bieten. Der Betroffene sollte beim Anziehen von Kleidung immer zuerst die erkrankte Seite anziehen und diese zuletzt ausziehen. Schuhe sollten nicht zu eng geschnürt werden.

                                          Ruhe, Geduld und Ermutigung

                                          Nach dem Schlaganfall geht vieles nicht mehr so schnell. Das kann natürlich im Verlauf der Zeit wieder besser werden und mit entsprechenden Ermutigungen sollte dieses Ziel niemals aus den Augen verloren werden. Auch die Personen, die in die Pflege mit eingebunden sind, sollten entsprechende Geduld aufbringen und Beruhigend auf den Patienten einwirken. Der Schlaganfall kann auch dazu führen, dass die Fähigkeit zu sprechen in Mitleidenschaft gezogen wird. In manchen Fällen geht diese sogar vollständig verloren. Dann spielt die nonverbale Kommunikation eine umso größere Rolle.

                                          Kommentare

                                          Nina Hayder 08.08.2022 12:28

                                          Meine Tochter arbeitet im ambulanten Pflegedienst. Auch sie hatte schon Patienten auch einem Schlaganfall. Interessant, dass die Anforderungen der Pflege an solche Patienten besonders sind.

                                          Christoph 30.06.2022 10:02

                                          Ich habe jetzt einige Beiträge zur Therapie nach einem Schlaganfall durchgelesen. Es ist tatsächlich schlimm, dass die Folgen eines Schlaganfalls im schlimmsten Fall ein Leben lang anhalten. Gut ist aber, dass es Therapien dafür gibt.

                                          Rudi Sterzer 10.06.2022 00:20

                                          Schlimm, dass in Deutschland rund 1,5 Mio. Menschen aufgrund eines Schlaganfalls behindert geworden sind. Mein Vater war leider einer davon und wir mussten uns früher viel um ihn kümmern. Dies hat in mir aber auch den Wunsch geweckt, anderen Menschen, die ebenfalls darunter leiden, zu helfen. Ich habe eine Ausbildung zur Pflegefachkraft gemacht und gerade auch meine erste Bewerbung versendet.

                                          Nina Hayder 12.04.2022 08:10

                                          Mein Mann soll in ein Rehazentrum bei Glossar gehen. Ich hoffe, dass sie dort die Lähmungen etwas besser in den Griff bekommen, die er momentan in seinen Armen hat. Der Beitrag macht mir dahingegen Hoffnung. Generell hoffe ich, dass es ihm nach der Reha wieder besser geht.

                                          Nina Hayder 23.11.2021 08:55

                                          Nach einem Schlaganfall benötige ich für meine Mutter eine Pflege. Gut zu wissen, dass rund 1,5 Millionen Menschen ebenfalls aufgrund eines Schlaganfalls pflegebedürftig sind. Ich werde eine Pflege für Senioren suchen.

                                          Anton Schneider 15.10.2021 15:29

                                          Es ist sehr schade, dass Menschen, die von einem Schlaganfall betroffen sind, dauerhaft noch darunter leiden können. Umso wichtiger ist es, meiner Meinung nach, dass mehr Betreuung für zu Hause angeboten wird, um den Menschen im Alltag entgegenzukommen und sie zu unterstützen. Ich hoffe, dass Pflegekräfte diesbezüglich mehr gefördert werden, damit den Menschen geholfen werden kann.

                                          Thomas Karbowski 07.06.2021 22:26

                                          Gut zu wissen, dass mehr als die Hälfte der Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, älter als 75 Jahre ist. Mein Opa ist bereits 76 Jahre alt geworden. Da er zur Risikogruppe gehört, wird er Maßnahmen zur Prävention eines Schlaganfalls treffen.


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                                            Die Verhinderungspflege

                                            Die Pflege eines Angehörigen kann zu einem 24-Stunden Job werden. Und dies sieben Tage pro Woche. Doch es gibt auch Auszeiten für den Pflegenden. Wenn die pflegende Person eine Auszeit benötigt, dann kann die Verhinderungspflege zum Tragen kommen. Diese Verhinderungspflege kann von anderen Angehörigen, von Pflegehilfskräften, Freunden oder Nachbarn umgesetzt werden.

                                            Wie definiert sich die Verhinderungspflege?

                                            Die Verhinderungspflege wird im § 39 SGB XI geregelt. Demnach verstehen wir unter der Verhinderungspflege die Übernahme der nachgewiesenen Kosten einer notwendigen Ersatzpflege von bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr durch die Pflegekasse.

                                            Die Verhinderungspflege wird nicht selten kurzfristig und auch unerwartet in Anspruch genommen. Ein Antrag im Vorfeld ist deshalb nicht zwingend erforderlich. Es ist auch möglich, die Belege und Nachweise zu den unterschiedlichen Aufwendungen zu sammeln und im Anschluss bei der Pflegekasse einzureichen. Zu den Aufwendungen für die Verhinderungspflege gehören auch die Kosten für Pflegesachleistungen eines ambulanten Pflegedienstes. Auch der Verdienstausfall und die Fahrkosten der Pflegevertretung im Sinne einer Privatperson ist anrechnungsfähig. Der jährliche Kostenrahmen für die Verhinderungspflege ist auf EUR 1.612 begrenzt. Die maximale Nutzungsdauer der Verhinderungspflege beträgt sechs Wochen pro Jahr.

                                            Die Verhinderungspflege und der Pflegegrad

                                            Die Verhinderungspflege kann ab dem Pflegegrad 2 in Anspruch genommen werden. Voraussetzung für die Verhinderungspflege ist, dass die pflegebedürftige Person mindestens sechs Monate in der Wohnung versorgt und betreut worden ist. Menschen, die eine Person ohne Pflegegrad oder mit Pflegegrad 1 betreuen, erhalten keine Verhinderungspflege.

                                            Stundenweise Verhinderungspflege

                                            Die sechs Wochen Verhinderungspflege können auch stundenweise angerechnet werden. Es liegt in der Entscheidung der Pflegeperson, ob sie die Verhinderungspflege mehrere Wochen am Stück im Sinne eines Urlaubs anrechnet oder ob sie diese für kurze Auszeiten im Alltag nutzt. Beides kann seine Berechtigung haben: Ein längerer Urlaub, der etwas Abstand zum Pflegealltag bietet oder auch kurze Atempausen, die regelmäßig genutzt werden. Solche kurzen Auszeiten können genutzt werden, um die eigenen sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten, um geselligen Aktivitäten im Verein nachzugehen oder einmal ein Konzert, das Kino oder Theater aufzusuchen. Sie können mit Hilfe dieser Auszeiten Wellness-Angebote nutzen oder die Sauna bzw. das Dampfbad besuchen. Auf diese Weise finden Sie auch körperlichen Ausgleich zur oftmals physisch anstrengenden Pflegearbeit. Natürlich geht es bei einem solchen Kurzurlaub von der Pflege auch darum, den Geist und die Seele auszubalancieren. Denn die seelische Belastung ist für pflegende Menschen nicht gering. Nicht lasten Sorgen und Anspannungen schwer auf den Schultern der pflegenden Angehörigen. Und auch der Schlaf in der Nacht will nicht immer so recht gelingen. Hier kann eine stundenweise Verhinderungspflege eine große Hilfe sein.

                                            Wer kann die Verhinderungspflege übernehmen?

                                            Wer für die Verhinderungspflege eingesetzt wird, ist eine Vertrauensfrage. Das sollten Personen sein, denen Sie diese Verantwortung mit gutem Gewissen übertragen können. Im Idealfalle sollten das Menschen sein, die die pflegebedürftige Person auch kennen und die in einer guten Beziehung zu dieser stehen. Das können Personen aus der eigenen Familie sein oder auch Nachbarn oder der Freundeskreis. Verstehen Sie es nicht als ein Zeichen von Schwäche, andere Personen um Hilfe bei der Pflege zu bitten. Ihre eigene Gesundheit und Psyche wird es Ihnen danken. Und wenn Sie nach dem Einsatz einer Verhinderungspflege wieder ausbalanciert in den Pflegealltag zurückkehren, wird es Ihnen auch die pflegebedürftige Person danken.

                                            Die Kombination von Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege

                                            Pflegebedürftige Personen ab dem Pflegegrad 2 haben Anspruch auf die Kurzzeitpflege. Dies ist eine vollstationäre Pflege für maximal vier Wochen pro Jahr, die genutzt werden kann, wenn eine häusliche oder die teilstationäre Pflege für einen gewissen Zeitraum nicht möglich ist. Werden die Mittel für die Kurzzeitpflege nicht vollständig ausgeschöpft, so können sie auf die Verhinderungspflege angerechnet werden. Die Mittel für die Kurzzeitpflege und die Verhinderungspflege betragen zusammen 2.418 Euro pro Jahr.


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                                              Die Alzheimer Demenz: Wenn sich zwischenmenschliche Beziehungen verändern

                                              Mit der Alzheimer Demenz sind oft auch Persönlichkeitsveränderungen verbunden. Von einem Desinteresse an Aktivitäten, die bisher von der betroffenen Person als interessant empfunden wurden bis zur Aggressivität werden pflegende Personen mit großen Herausforderungen konfrontiert, die durch Veränderungen der Persönlichkeit der erkrankten Person verursacht werden.

                                              Die Alzheimer Demenz kann auch zu Veränderungen in der Persönlichkeit des oder der Betroffenen führen. Vom Wutausbruch bis zur plötzlichen Lachattacke werden die pflegenden Angehörigen mit Stimmungsschwankungen und Reaktionen konfrontiert, die manchmal kaum noch nachzuvollziehen sind. Für die an Alzheimer erkrankte Person sind diese Gefühle aber durchaus logisch. Und genau dies macht es so schwierig, solche Ausbrüche zu verstehen.

                                              Wenn die Persönlichkeit nicht wieder zu erkennen ist

                                              Die mit der Alzheimer Demenz verbunden Persönlichkeitsveränderungen können auf die Angehörigen sehr befremdlich wirken. Ist das noch der Mensch, den ich früher kannte? Oder hat sich hier eine ganz neue Persönlichkeit entwickelt? Die Veränderungen verlaufen schleichend und am Anfang oft unscheinbar. Am Anfang steht die Vergesslichkeit des Betroffenen im Vordergrund, die schleichend zunehmende emotionale Gleichgültigkeit wird manchmal erst später bemerkt. Diese kann aber zur Antriebslosigkeit, bis hin zur Apathie führen. Es kommt zu einem Rückzug aus dem Familien- oder Freundeskreis und zu einem Desinteresse an bisher interessanten Aktivitäten und Hobbys. Dazu kann auch ein enthemmtes, manchmal taktloses und sozial als unangemessen empfundenes Verhalten kommen. Auch aggressive Tendenzen sind im Zusammenhang mit der Alzheimer Demenz nicht selten. Je enthemmter die betroffene Person wird, desto schwieriger wird auch die Pflege.

                                              Wie kann ich den Persönlichkeitsveränderungen begegnen?

                                              Entwickeln Sie einen Blick in die Welt der betroffenen Person. Objektiv betrachtet mag vieles aus dem Erleben der erkrankten Person nicht mehr mit der Realität übereinstimmen. Es hilft aber wenig, einen Alzheimer-Patienten von der Realität überzeugen zu wollen. Versuchen Sie stattdessen, ein Feingefühl für die Welt zu entwickeln, in der sich die Person befindet. Nein, Sie müssen nicht selbst in diese Welt eintauchen, ein Verständnis für die subjektive Sichtweise der erkrankten Person genügt. Finden Sie die Schnittstelle beider Welten. Versuchen Sie Konfrontationen zu vermeiden. Dies baut nur Widerstand auf und macht die Kommunikation immer schwieriger. Vergleichen Sie Ihre subjektive Wahrnehmung mit der der erkrankten Person. Anstelle von Überzeugungsarbeit im Sinne von „Schau her, das ist nicht so. Das existiert nicht. Das bildest Du Dir nur ein“ sollte ein „Ich kann das nicht sehen“ treten. Auf diese Weise treten Sie nicht in einen Wettbewerb ein, welche Sicht der Realität nun zutreffend ist. Sie stellen Ihre eigene Realität derjenigen der erkrankten Person entgegen. Völlig wertungsfrei.

                                              Der Umgang mit Aggressionen

                                              Aggressives Verhalten kann für die pflegende Person ganz besonders belastend sein. Achten Sie darauf, der Aggression nicht mit eigener Aggression zu begegnen. Die ganze Situation kann sich auf diese Weise „hochschaukeln“. Außerdem kann die zu pflegende Person auf diese Weise noch stärker verunsichert werden und (wenn auch nur vorübergehend) das Vertrauen zu Ihnen verlieren. Halten Sie stets vor Augen, dass dieses aggressive Verhalten nun keine „Bosheit“ der betroffenen Person ist, sondern in der Krankheit begründet liegt. Sprechen Sie in Gedanken mit: „Das bist nicht du. Das ist die Krankheit“.

                                              Bieten Sie der betroffenen Person Beschäftigung

                                              Menschen mit einer Alzheimer Erkrankung suchen sich bisweilen Beschäftigungen, die Sie vielleicht nicht verstehen werden. Da wird immer wieder derselbe Brief gelesen oder der Inhalt einer Schublade in der ganzen Wohnung verteilt. Gestatten Sie diese Beschäftigungen, insoweit Sie damit leben können. Natürlich wünschen Sie sich Ordnung im Haus und wenn Sie selbst jede Kleinigkeit suchen müssen, dann kann das unangenehm werden. Aber vermeiden Sie, jede auch noch so sinnlos empfundene Beschäftigung der erkrankten Person zu unterbinden. Da gibt es vieles, was Sie vielleicht verwundern wird, aber durchaus toleriert werden kann. Unterstützen Sie die Aktivitäten durch Lob. Denn jede Tätigkeit, die der betroffenen Person angenehm ist, kann den Alltag und das Zusammenleben verbessern.


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                                                Erinnerungshilfen für Menschen mit einer Demenzerkrankung

                                                Menschen mit einer Demenzerkrankung gelten als zerstreut. Sie können sich an Namen und kurz zurückliegende Ereignisse kaum oder gar nicht mehr erinnern. Vor allem bei einem Ortswechsel kann es zu erheblichen Orientierungsproblemen kommen. Das Erkennen von vertrauten Personen fällt zunehmend schwer und auch die „innere Uhr“ kann aus dem Tritt kommen.

                                                Erinnerungsverluste kompensieren

                                                Demenzerkrankungen, wie etwa die Alzheimer Krankheit, gelten derzeit noch nicht als heilbar. Es ist davon auszugehen, dass eine erkrankte Person im Verlauf der Erkrankung zunehmend vergesslicher wird und dass der Orientierungsverlust zunimmt. Mit verschiedenen Hilfsmitteln kann die betroffene Person allerdings dabei unterstützt werden, sich wieder an wichtige Eckpunkte zu erinnern, die dabei helfen können, den Alltag wieder besser zu verstehen und die Orientierung zumindest teilweise zurück zu bekommen.

                                                Vertraute Personen

                                                Nicht selten ist eine Demenzerkrankung auch mit dem Umzug in ein Pflegeheim verbunden. Dies bedeutet dann, auch neue Bezugspersonen kennen lernen zu müssen. Das fällt in dieser ohnehin verwirrenden Lebensphase dann ganz besonders schwer. Dabei ist es umso wichtiger, wenn ein paar vertraute Gesichter dabei helfen, der Verwirrung entgegen zu wirken. Gut, wenn dann die Pflege zu Hause im Kreis der Familie umgesetzt werden kann. Dies vermittelt der erkrankten Person mehr Vertrautheit und mehr Orientierungshilfen in der gewohnten Umgebung.

                                                Vertraute Gegenstände

                                                Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, neigen dazu Gegenstände zu „verkruschteln“. Alte Fotoschachteln werden aus dem Schrank geholt und an Orten abgelegt, wo sie zunächst nicht wiedergefunden werden. Nicht selten haben betroffene Personen auch das Gefühl bestohlen worden zu sein. Tatsächlich sind sie mit einem Gegenstand auf die Wanderschaft gegangen. Vertraute Gegenstände sind aber wichtig dafür, etwas Orientierung in das Leben zu bringen. Auch wenn der Umzug in ein Pflegeheim anstehen sollte, dann ist es kein Fehler einige solcher Gegenstände mit in die neuen Räumlichkeiten zu nehmen.

                                                Gedächtnisstützen

                                                Ist die erkrankte Person noch des Lesens mächtig? Dann können große Beschriftungen dabei helfen, wieder etwas Orientierung herzustellen. Falls das nicht mehr der Fall ist, dann können Türen und Schublanden mit entsprechenden Farben oder Symbolen gekennzeichnet werden.

                                                Ein großer Kalender

                                                Vor allem im frühen Stadium der Erkrankung kann es helfen, Termine und Erinnerungshilfen schriftlich zu verankern. Alles, was vergessen werden könnte, kann dann wieder nachgelesen werden. Hierbei können ein großer Kalender und eine Liste der wichtigen Telefonnummern helfen. Es kann zu einer regelmäßigen Übung werden, alles was wichtig ist, aufzuschreiben. Die schriftliche Notiz kann dann vieles wieder auffrischen, was unmittelbar vergessen worden ist. Wenn das Aufschreiben nicht mehr möglich ist, kann diese Aufgabe von den pflegenden Personen übernommen werden.

                                                Uhren und Wecker

                                                Wenn der Tagesablauf aus den Fugen gerät, dann können große Uhren und Wecker eine Hilfe sein. Liegt die Einnahme von Medikamenten noch in der Hand der erkrankten Person selbst? Dann kann das Klingeln des Weckers zu einer großen Hilfe werden.

                                                Verbale Erinnerungshilfen

                                                Stete Wiederholung kann eine gute Hilfe sein. Erwähnen Sie während eines Spazierganges mit der erkrankten Person, wer in dem Haus wohnt, an dem Sie gerade vorbeilaufen. „Hier kommt der Bäcker. Hier ist die Tankstelle.“ Jede Wiederholung ist eine Erinnerungsstütze. Oder formulieren Sie das als Frage: „Wer wohnt hier? Was kaufen wir hier ein?“ – Das kann ein gutes Training für das erkrankte Gedächtnis sein.

                                                Duplikate sind wichtig

                                                In den Händen einer an Demenz erkrankten Person kann schon mal ein Schlüssel verloren gehen. Hier werden Ersatzschlüssel zur Pflicht. Auch Duplikate von wichtigen Urkunden und Dokumenten sollten vorhanden sein. Verwahren Sie das Original an einem sicheren Ort und machen Sie das Duplikat der betroffenen Person stets zugänglich.

                                                Ein fester Zeitplan

                                                Auch ein fester Tagesablauf kann zu einer guten Stütze für das Gedächtnis werden. Regelmäßige Rituale machen den Alltag leichter. Versuchen Sie, soviel Routine wie möglich, in den Tag zu integrieren.


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                                                  Pflege zu Hause oder im Pflegeheim?

                                                  Das vertraute Umfeld aufrechterhalten oder ein Team professioneller Fachkräfte, das immer verfügbar ist? Wer darüber nachdenkt, die Pflege zu Hause oder in einem Pflegeheim zu realisieren, wird bald feststellen, dass beide Optionen ihre Vorteile und Nachteile haben.

                                                  Wenn ein Mensch pflegebedürftig geworden ist, dann stellt sich die Frage, auf welche Weise die Pflege realisiert werden soll. Vor allem zwei Modelle bieten sich dann an:

                                                  1. Die Pflege im Pflegeheim

                                                  2. Die Pflege zu Hause

                                                  Es ist ein großer Vorteil, wenn die pflegebedürftige Person die Situation selbst umfassend einschätzen kann. Lassen Sie sich (wenn Sie gesund sind) einmal selbst auf dieses Gedankenspiel ein: Angenommen, Sie werden pflegebedürftig. Wo soll die Pflege dann umgesetzt werden? Bei Ihnen zu Hause oder doch eher in einer entsprechenden stationären Pflegeeinrichtung? Wer liebt nicht das eigene zu Hause? Aber tatsächlich haben beide Optionen ihre Vorteile und ihre Nachteile.

                                                  Die Pflegebedürftigkeit akzeptieren

                                                  Der erste Schritt ist natürlich die Akzeptanz der Pflegebedürftigkeit. Nicht selten gibt es auch nach Eintreten der Notwendigkeit einer Pflege den Gedanken: „Das schaffe ich noch alleine“ oder „das ist nur vorübergehend, das wird wieder“. Natürlich, es gibt immer Fälle, in denen eine Pflegebedürftigkeit auch wieder verschwindet. Aber jedem Menschen sollte, die Pflege zukommen, die er oder sie benötigt.

                                                  Die erste Option: Pflege im Pflegeheim

                                                  Keine Frage: Hier wird die Pflege professionalisiert angeboten. Hier steht der pflegebedürftigen Person ein Team von Fachkräften zu Verfügung, ein geregelter Tagesablauf und jede Fachkraft weiß genau was bei komplizierten Situationen zu tun ist. Das Pflegeheim entlastet die Familie und wer gerne Kontakte zu anderen Menschen liebt, ist hier gewiss niemals einsam. Ja, in guten Pflegeheimen ist auch für ein tägliches Freizeitprogramm gesorgt: Vom gemeinsamen Singen bis zur geselligen Kochrunde ist immer für Unterhaltung gesorgt. Soweit möglich werden auch Ausflüge angeboten und auch der nächste Arzt ist meist niemals weit entfernt. Die Pflege im Pflegeheim ist im Regelfall allerdings teuer als die Pflege zu Hause. Und sie ist natürlich auch mit einer grundlegenden Änderung des eigenen Wohnumfeldes verbunden. Wer möchte schon gerne im fortgeschrittenen Alter sein ganzes Leben verändern? Wer möchte das eigene Häuschen verlassen, für das man so lange gespart hat? Und natürlich ist auch nicht jedes Pflegeheim gleich einem anderen Pflegeheim. Viele Pflegeheime bieten eine hervorragende Betreuung, manche kämpfen aber auch mit dem Personalnotstand, was zu einer entsprechenden Schere zwischen Idealismus und Pragmatismus führen kann.

                                                  Die andere Option: Die Pflege zu Hause

                                                  Das traute Heim. Wer ist nicht glücklich, an diesem Ort den eigenen Lebensabend zu verbringen? Gerade Menschen, die unter Demenz leiden kann das gewohnte Lebensumfeld eine gewisse Stütze bieten. Verschiedene Rituale können die Bewältigung des Tagesablaufes stützen. Wer zusätzlich zu allen anderen Verwirrungen, die die neue Situation bietet, auch noch umziehen und sein ganzes Leben umgestalten muss, der steht vor großen Herausforderungen. Gut, wenn das eigene häusliche Umfeld dann noch die nötige Stabilität bietet. Bei einer Betreuung zu Hause kann der Tagesablauf individueller gestaltet werden. Dieser kann sich am bisherigen Leben besser anlehnen als das im Pflegeheim meistens möglich ist. Oft ist es auch möglich, die Pflege im Umfeld der eigenen Familie zu realisieren. Die gewohnten familiären Ansprechpartner können auch eine wichtige Stütze für die pflegebedürftige Person sein, ganz unabhängig von der Frage, ob eine zusätzliche Pflegeperson in den Haushalt geholt wird oder ob die Pflege alleine von den Angehörigen geleistet wird. Das eigene häusliche Umfeld bietet ein Gefühl der Sicherheit, was vor allem für Menschen mit Demenz ein ganz wichtiger Faktor in einem doch oft allzu orientierungslosen Leben sein kann. Bekannte Gesichter sind ebenso wichtig wie die vielfältigen Erinnerungsstücke, die sich in der Wohnung im Verlauf eines Lebens angesammelt haben. Allerdings sind nicht alle Hilfsmittel für die Pflege sofort zu Hause vorhanden. Auch sind nicht selten wohnungstechnische Umbaumaßnahmen vonnöten, um die Pflege zu realisieren. Denn nicht jede Wohnung ist pflegerecht ausgestattet.

                                                  Kommentare

                                                  Jade Labrentz 30.03.2022 10:24

                                                  Vielen Dank für die gute Übersicht! Viele Seniorenheime sind gleichzeitig auch Pflegeheime. Meine Mutter z.B. war dort erst zum betreuten Wohnen und später leider als Pflegefall untergebracht. So hat sie sich einen erneuten wechsel gespart.

                                                  Anton Schneider 27.03.2022 16:50

                                                  Ich denke, dass die Pflege im Pflegeheim schon viele Vorteile bietet. Vor allem durch die Seniorenbetreuung sind die älteren Menschen rundum versorgt. Das bleibt den Individuen letztendlich aber selbst überlassen.

                                                  Hannes Bartschneider 07.11.2021 14:42

                                                  Mein Großvater ist stark pflegebedürftig. Ich würde ihn gern in ein Pflegeheim geben, wo ausgebildete Pflegefachfrauen- oder Männer sich besser um ihn kümmern können, als ich es tun kann. Gut zu wissen, dass es in solchen Heimen auch ein Freizeitprogramm gibt.

                                                  Kathi Seibert 21.01.2021 13:42

                                                  Wir wünschen uns für meinen Vater eine Unterbringung in einem schönen Pflegeheim, da wir ihn leider nicht zuhause unterbringen können. Ich hoffe allerdings, dass wir ein Heim finden, dass sicher, zuverlässig und modern ist. Der Vorteil, dass vor Ort eben ausgebildete Pfleger sind, ist für uns entscheidend.

                                                  Karl Heinrich 13.01.2021 20:44

                                                  Mein Vater benötigt mittlerweile auch viel Hilfe und wir überlegen, wie wir das in Zukunft regeln werden. Das Gedankenspiel ist eine wirklich gute Anregung. Ich hatte mir zuvor keine Gedanken gemacht, wie es mir ergehen würde. Gleichzeitig müssen wir auch unseren beruflichen Verpflichtungen nachgehen. Ein Kollege hat mir eine Tagespflege für Senioren empfohlen, das werde ich mir auch mal genauer anschauen.

                                                  Emilia Scholz 10.12.2020 18:52

                                                  Mein Vater ist mittlerweile pflegebedürftig und lebt alleine zu Hause. Mir, als Tochter, fällt es sehr schwer bei ihm zu sein, da ich zwei kleine Kinder zu Hause habe und kilometerweit entfernt wohne. Wir hatten uns auch schon nach Pflegeheimen umgeschaut und einige interessante Orte entdeckt. Die Idee eines täglichen Freizeitprogramms spricht meinen Vater eher an.

                                                  Theo Schumacher 11.11.2020 01:25

                                                  Der Beitrag zum Thema Altenpflege ist sehr hilfreich. Ich wollte besser informiert sein, denn ich weiß sehr wenig darüber. Nachdem ich diesen Artikel gelesen habe, weiß ich genug über dieses Thema.

                                                  Joachim Hussing 22.10.2020 23:02

                                                  Vielen Dank für die Informationen bezüglich der Pflegedienste. Meine Eltern sind in einem schlechten Gesundheitszustand, und ich habe das Gefühl, dass sie rund um die Uhr Pflege brauchen werden. Ich werde mich nach einem Pflegedienst umsehen, der sich um meine Eltern kümmern kann.

                                                  Dietrich Bachmann 15.09.2020 21:51

                                                  Das Wohnen zu Hause im Alter ist ja die beste Situation für die meisten, aber oftmals geht es leider nicht. Für meine Oma ist das genau der Fall. Deswegen wollen wir eine Seniorenwohnung für sie finden. Dann hat sie Gesellschaft und Betreuung.

                                                  Katherine Fischer 14.05.2020 22:53

                                                  Ich bin echt dankbar, dass ich diesen Beitrag zum Thema Pflege gefunden habe. Mit meiner Nachbarin habe ich mich schon viel darüber unterhalten, denn ein Verwandte von ihr braucht Pflege. Das stimmt, dass es im Pflegeheim oftmals viele Aktivitäten gibt. Ich denke, den Beitrag werde ich ihr mal schicken.

                                                  Hans Grubmüller 29.04.2020 20:39

                                                  Das ist ein guter Vorschlag, dass man sich wohler zu Hause fühlt als vielleicht im Altersheim. Wenn man zu Hause noch wohnen kann, dann ist es vielleicht leichter, mit Demenz oder anderen physischen Krankheiten umzugehen. Das ist eine große Hilfe.


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                                                    Vorbereitung auf den MDK-Besuch

                                                    Vorbereitung auf den MDK-Besuch

                                                    Wenn ein Mensch pflegebedürftig wird, dann kann er finanzielle Leistungen der Pflegekasse beanspruchen. Für diese Leistungen maßgeblich ist das Gutachten des MDK. Wie bereiten Sie sich auf den MDK Besuch vor? Hier bekommen Sie einige Informationen und Tipps rund um die Pflegebegutachtung.

                                                    Der MDK und die Pflegebegutachtung

                                                    Beim Anspruch auf finanzielle Leistungen der Pflegekasse findet zunächst eine Einschätzung des Hilfe- und Pflegebedarfs durch den Gutachter des Medizinischen des Krankenkassen Dienstes (MDK) statt. Solche Gutachter können Pflegekräfte oder auch Ärztinnen und Ärzte sein. Diese Gutachter überprüfen, ob die Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes gegeben ist. Die Pflegebegutachtung findet dort statt, wo die Pflegebedürftigen leben.

                                                    Deshalb ist die Vorbereitung auf den MDK-Besuch so wichtig

                                                    Beim Hausbesuch durch den Gutachter wird der Pflegebedarf ermittelt. Dieser Pflegebedarf wird anhand der sogenannten Pflegegrade eingestuft. Betroffene neigen dazu, während eines solchen Besuchs, die eigene Lebenssituation zu beschönigen, einer Schulprüfung, die es zu bestehen gilt, nicht ganz unähnlich. Dabei kommt es vor, dass tatsächliche Probleme verschwiegen oder zumindest verharmlost werden. Dies wiederum kann dazu führen, dass Betroffene anschließend nicht in den erforderlichen Grad der Pflegebedürftigkeit eingestuft werden können. Sie erhalten dann nicht die finanzielle Unterstützung, die sie eigentlich benötigen. Behalten Sie die folgende Grundregel im Auge: Es ist nicht die Aufgabe des MDK festzustellen, welche Fähigkeiten die oder der Betroffene noch besitzt. Es geht um die Feststellung, was ohne fremde Hilfe nicht mehr zu bewältigen ist.

                                                    Gute Vorbereitung auf dem MDK-Besuch

                                                    Nach Festlegung des Pflegebedarfs erfolgt die Einstufung der unterschiedlichen Pflegegrade. Hieraus folgen die finanziellen Leistungen der Pflegekasse. Bereiten Sie sich deshalb so gut wie möglich auf den Besuch vor. Mit Hilfe eines Pflegetagebuchs können Sie alle Verrichtungen der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung festhalten, bei denen Pflege und Hilfe benötigt wird. Das Pflegetagebuch soll gemeinsam mit den pflegenden Angehörigen oder einer Betreuungskraft geführt werden.

                                                    Seit 2017 wird die Einstufung der Pflegebedürftigkeit nicht mehrt nach dem Zeitaufwand, sondern nach einem Punktesystem vorgenommen. Dabei stehen die folgenden sechs Module im Vordergrund:

                                                    1. Mobilität

                                                    2. Kommunikative und kognitive Fähigkeiten

                                                    3. Psychische Problemlagen und Verhaltensweisen

                                                    4. Möglichkeiten der Selbstversorgung

                                                    5. Der selbständige Umgang und die Bewältigung mit therapie- und krankheitsbedingten Belastungen und Anforderungen

                                                    6. Die Gestaltung sozialer Kontakte und des Alltagslebens.

                                                    Befassen Sie sich im Vorfeld mit dem Fragekatalog des MDK. Auf diese Weise lernen Sie einzuschätzen, welche Module für die persönliche Pflegesituation tatsächlich relevant sind und wie diese bewertet werden können. Gehen Sie die einzelnen Fragen vor dem Begutachtungstermin einmal im Detail durch. Der Begutachter wird im Rahmen des Termins alle Module der Reihen nach abarbeiten und zu jeder Antwort seine Notizen markieren. Kennen Sie den Fragekatalog, dann können Sie auch überprüfen, ob auch tatsächlich alle Punkte der Module abgefragt worden sind.

                                                    Seit 2017 ist ein Pflegetagebuch nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Es ist aber gut, wenn Sie wissen, wie viele Stunden pro Woche der tatsächliche Aufwand für die Pflege beträgt. Darunter fallen die Maßnahmen der Körperpflege, der Ernährung und auch der Mobilität als Grundpflege. Dokumentieren Sie auch Aktivitäten, wie das Kochen, Waschen, das Einkaufen und das Reinigen der Wohnung. Ja, Sie können sogar Aktivitäten, wie das Bügeln der Kleidung und andere hauswirtschaftliche Arbeiten dokumentieren. Hier einige Tipps für das Führen des Pflegetagebuchs:

                                                    1. Direkt nach der Antragstellung des Pflegegeldes bei der Pflegekasse sollten Sie mit dem Ausfüllen des Pflegetagebuchs beginnen

                                                    2. Tragen Sie die Zeiten der Verrichtung von Aufgaben in Minuten ein. Unterteilen Sie die Aufgaben in die unterschiedlichen Tageszeiten morgens, mittags und abends.

                                                    3. Wird eine Hilfe alleine oder zu zweit verrichtet? Auch dies sollten Sie dokumentieren.

                                                    4. Wurde eine Aufgabe vollständig für die betroffene Person, teilweise oder als Unterstützung geleistet? War eine Beaufsichtigung nötig? Musste die betroffene Person angeleitet werden?

                                                    Welche Unterlagen sollten Sie bei der Begutachtung bereithalten?

                                                    Der Besuch des MDK erfolgt innerhalb von fünf Wochen nach dem Antrag auf Pflegegeld oder der Pflegesachleistung. Vorab erhalten Sie eine schriftliche Mitteilung mit Informationen zum Termin und Hinweisen, welche Unterlagen Sie für den Besuch bereitstellen sollen. Sie können sich im Vorfeld alle Fragen, die Sie an den MDK richten möchten, notieren. Führen Sie auch eine Liste aller Hilfsmittel, die Sie für die Pflege benötigen. Das können Gegenstände sein, wie etwa die Einmalhandschuhe, der Rollator, der Gehstock, die Brille oder mögliche Prothesen.

                                                    Halten Sie die folgenden Unterlagen für den Besuch des MDK bereit:

                                                    1. Das Pflegetagebuch

                                                    2. Ihre Fragen an den MDK-Gutachter

                                                    3. Alle Berichte der Fachärzte und des Hausarztes

                                                    4. Die Kontaktdaten und Namen der behandelten Ärzte

                                                    5. Krankenhausentlassungsberichte der vergangenen drei Jahre

                                                    6. Eine Liste der Medikamente, die derzeit eingenommen werden

                                                    7. Die Pflegedokumentation des Pflegedienstes

                                                    8. Ein möglicher Schwerbehindertenausweis

                                                    9. Die Namen und Kontaktdaten aller Personen, die an der Pflege mitwirken. Das können Angehörige sein und andere betreuende Personen.

                                                    10. Die Liste der genutzten und benötigten Hilfsmittel

                                                    11. Der komplett ausgefüllte Fragebogen des MDK, insoweit dieser bereits zugestellt worden ist.

                                                    Der Tag der Begutachtung

                                                    Stellen Sie die momentane Pflegesituation realistisch darf. Dabei dürfen Sie nichts beschönigen und verharmlosen. Es kann vorkommen, dass vor allem die pflegebedürftige Person dazu neigt, ihre eigene Situation besser darstellen zu wollen, als sie ist. Dies ist ein ganz natürliches Verhalten gegenüber außenstehenden. Denn wer möchte schon etwa die eigene Inkontinenz zugeben? Sprechen Sie sich miteinander ab, dass es nicht darum geht, sich besonders positiv darzustellen, sondern die Pflegesituation möglichst realistisch widerzugeben. Berichten Sie dem MDK-Gutachter, mit welchen Einschränkungen und Problemen die pflegenden Personen und Angehörigen täglich konfrontiert sind.

                                                    Achten Sie darauf, dass während des Termins mindestens eine zusätzliche Person anwesend ist. Wenn Sie bereits eine externe Pflegekraft nutzen, dann sollten Sie diese hinzuziehen, denn diese kennt die Pflegesituation sicherlich sehr gut.

                                                    Was passiert nach der Pflegebegutachtung?

                                                    Die Ergebnisse der MDK-Pflegebegutachtung und der Pflegegrad und damit verbunden die Höhe der finanziellen Unterstützung werden Ihnen innerhalb von fünf Wochen nach der Antragstellung mitgeteilt. Der Einstufungsbescheid erfolgt schriftlich.

                                                    Betroffene mit Demenz, geistiger Behinderung oder psychischen Erkrankungen

                                                    Nicht selten benötigen Menschen mit geistiger Behinderung, mit psychischen Erkrankungen oder mit Demenz weniger Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung oder bei Verrichtungen der Grundpflege. Im Vordergrund stehen dann eher die Beaufsichtigung und die Betreuung der betroffenen Personen. Die finanziellen Leistungen aus der Pflegeversicherung werden in diesem Fall gewährt, wenn mindestens zwei der nachfolgenden Punkte zutreffend sind:

                                                    1. Die betroffene Person neigt zu unkontrolliertem Verlassen der Wohnung

                                                    2. Das adäquate Erkennen von gefährlichen Situationen ist nicht mehr gegeben

                                                    3. Es findet ein unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen statt

                                                    4. Die betroffene Person verhält sich verbal aggressiv oder neigt zu tätlichen Handlungen

                                                    5. Der oder die betroffene neigt zu einem Verhalten, das der jeweiligen Situation nicht mehr angepasst ist

                                                    6. Eigene seelische oder körperliche Bedürfnisse und Gefühle werden nicht mehr adäquat erkannt

                                                    7. Die Person wehrt sich gegen notwendige therapeutische oder schützende Maßnahmen

                                                    8. Der Tag- und Nachtrhythmus ist gestört

                                                    9. Die betroffene Person kann aufgrund von gestörter Hirnfunktionen grundlegende soziale Alltagssituationen nicht mehr bewältigen, das Gedächtnis ist beeinträchtigt oder das Urteilsvermögen ist gestört

                                                    10. Die Person ist nicht mehr dazu in der Lage, den eigenen Tagesablauf zu planen

                                                    11. Alltagssituationen können nicht mehr zutreffend eingeschätzt werden, es finden unpassende Reaktionen auf solche Situationen statt

                                                    12. Die betroffene Person leidet unter ausgeprägten Gefühlsschwankungen

                                                    13. Die Person leidet unter einer therapieresistenten Depression. Dies zeigt sich durch regelmäßige Niedergeschlagenheit, verzagtem und hilflosen Verhalten.


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                                                      Noch nicht endgültig erforscht: Die Alzheimer-Krankheit

                                                      Noch nicht endgültig erforscht: Die Alzheimer-Krankheit

                                                      Für so manche Krankheiten, die das menschliche Gehirn betreffen, steht noch viel Forschungsarbeit bevor. Die Parkinson-Krankheit, das Tourette-Syndrom und auch die Alzheimerkrankheit verlangen auch in naher (und vermutlich weiterer) Zukunft viel wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Im Kontext der Alzheimer Erkrankung gibt es heute vielfältige Möglichkeiten, die Symptome zu lindern, von einer Heilung sind wir aber noch weit entfernt.

                                                      Die frühe Erkennung der Alzheimer-Krankheit

                                                      Die Diagnose zur Alzheimer-Krankheit wird heute vor allem über die Symptome gestellt. Doch zum Zeitpunkt erkennbarer Symptome ist die Krankheit in aller Regel schon weit fortgeschritten, schwere Hirnschäden sind bereits eingetreten. Die Forschung zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit setzt derzeit bei den sogenannten „Biomarkern“ an. Solche Biomarker können etwa der Nüchternblutzucker oder der Beta-Amyloid-Spiegel sein. Solche Biomarker sollen in der Zukunft eine frühe Diagnose der Alzheimer-Krankheit ermöglichen, zu einem Zeitpunkt, an dem das Gehirn noch nicht nachhaltig geschädigt ist. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die strukturelle Bildgebung des Gehirns. Anhand der Form, Position und des Volumens des Gehirns soll die Erkrankung nachgewiesen werden können. Auf diese Weise soll die Tätigkeit der Zellen in verschiedenen Hirnregionen nachgewiesen und die Aktivität im Austausch mit Zucker und Sauerstoff abgebildet werden. Die molekulare Bildgebung mit zielgerichteten Radiotracern soll chemische Veränderungen erkennen und entsprechenden Krankheiten zuordnen.

                                                      Genetische Risikoprofilierung

                                                      Auch die genetische Risikoprüfung ist ein zentraler Blickpunkt gegenwärtiger Alzheimer-Forschung. Derzeit stehen drei Gene im Focus der Wissenschaft, die das Risiko an Alzheimer zu erkranken, signifikant erhöhen. Ein erhöhtes Risiko bedeutet allerdings noch nicht, dass eine entsprechende Erkrankung auch zwingend eintritt. Vor allem das APOE-e4 Gen gilt als starkes Risiko-Gen für die Alzheimer-Krankheit.

                                                      Zukünftige Medikamente

                                                      Derzeit sind fünf Medikamente von der US-amerikanischen Food und Drug Administration für die Behandlung von Alzheimer zugelassen. Diese behandeln primär die Symptome der Erkrankung und können dabei helfen, vorübergehend den Denk- und Gedächtnisprobleme entgegen zu wirken. Die Medikamente haben keine Wirkung auf die Ursachen der Erkrankung und können auch das Fortschreiten derselben nicht verhindern. Die Alzheimer-Forschung setzt sich das Ziel, künftig den Krankheitsprozess direkt zu unterbrechen. Dies soll direkt an den mit Alzheimer einhergehenden Gehirnveränderungen ansetzen. Es wird vermutet, dass dies mit Hilfe einer Kombination von unterschiedlichen Medikamenten gelingen könnte, so wie dies heute bei der Behandlung von Aids der Fall ist. Derzeit befindet sich ein Medikament in der Forschung, das beim Beta-Amyloid ansetzt. Beta-Amyloid ist ein Hauptbestandteil des Plaques, das als Gehirnanomalie im Zuge der Alzheimer Krankheit gebildet wird. Das Medikament Aducanumab soll in diesem Zusammenhang als Antikörper eingesetzt werden, der auf aggregierte Formen von Beta-Amyloid reagiert.

                                                      Die Ursache der Alzheimer Krankheit verstehen lernen

                                                      Auch an der Ursache für die Alzheimer Erkrankung wird geforscht. Nach aktuellem Wissensstand darf davon ausgegangen werden, dass sich die Alzheimer Krankheit durch komplexe Wechselwirkungen verschiedener Faktoren, wie Alter, Genetik, Lebensstil und Umwelt bildet. Auch Bluthochdruck und Bewegungsmangel gehören zu den Risikofaktoren der Alzheimer Krankheit. Schon heute können genetische Mutationen nachgewiesen werden, die zwingend zur Erkrankung führen. Dies trifft auf rund 1 Prozent der erkrankten Menschen zu. Sind die Risikofaktoren ausreichend erforscht, dann können Diäten und Bewegungspläne für die betroffenen Personen entwickelt werden. Der genetische Faktor hingegen ist nach gegenwärtigen wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht zu ändern. Verschiedene Diäten werden derzeit auf ihre Wirkung auf Patienten mit Alzheimer Erkrankung überprüft, aber noch kontrovers diskutiert.

                                                      Intellektuelle Aktivitäten und soziale Verbindungen

                                                      Verschiedene Studien untersuchen auch die Wirkung von intellektuellen und sozialen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Alzheimer Krankheit. Es gibt erste Hinweise darauf, dass starke soziale Bindungen und eine rege geistige Aktivität positive Wirkungen auf den Verlauf der Krankheit ausüben können. Es wird ein Zusammenhang zwischen diesen Aktivitäten und der mentalen Stimulation der Nervenzellen vermutet.


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                                                        Ausgebrannte Pflegekräfte

                                                        Der Burnout tritt bei pflegenden Personen häufiger ein als bei anderen Berufsgruppen. Und dies betrifft sowohl professionelle Pfleger in Pflegeheimen, wie auch pflegende Angehörige zu Hause. Es gilt die Symptome eines kommenden Burnouts im Blick zu behalten und vorbeugende Maßnahmen gegen den Burnout zu ergreifen.

                                                        Pflegen: Das kann körperlich, wie mental sehr anspruchsvoll sein. Das gilt für professionelle Pflegekräfte im Pflegeheim genauso, wie für pflegende Angehörige zu Hause. Immer steht die zu pflegende Person im Mittelpunkt, da bleibt für die eigene Freizeit und Erholung nur wenig Raum. Und wenn es doch einmal eine freie Stunde gibt, dann gelingt es nur schwerlich mental abzuschalten. Die Folge kann ein Burnout sein.

                                                        Nur wer gesund bleibt, ist auch eine Hilfe

                                                        Wer einen anderen Menschen pflegen möchte, muss selbst gesund bleiben. Wer selbst ausgebrannt ist, ist auch anderen keine große Hilfe mehr. Es ist ein großes Missverständnis zu glauben, eine pflegende Person müsse sich für die pflegebedürftige Person Tag und Nacht aufopfern. Gerade bei der Pflege in der Familie kann es zu einer großen Herausforderung sein, die notwendige Abgrenzung zu finden. Denn im häuslichen Kontext ist man ja praktisch immer verfügbar. Die Pflege von Angehörigen wird zu einem großen Einschnitt im Leben, der alle Aspekte des Alltags tangiert. Doch wer sich nicht die benötigten Freiräume für die eigene Erholung schafft, kommt dem Burnout immer näher.

                                                        Warnzeichen des Burnouts

                                                        Wie erkenne ich eigentlich, dass ich am Burnout leide? Vielen Pflegekräften ist die eigene Erschöpfung gar nicht bewusst. Das Krankheitsbild des Burnouts verläuft schleichend und nicht wenige pflegende Menschen denken, dass diese Symptome einfach zu ihrem Engagement mit dazugehören. Doch Zusammenbrüche und Depressionen können am Ende die Folge sein. Verschiedene Warnzeichen sollten Sie darauf aufmerksam machen, Ihre Einstellung zur Pflege zu überdenken, um dem Burnout vorzubeugen:

                                                        • Tiefe Erschöpfung über immer längere Phasen
                                                        • Immer kürzere Erholungsphasen
                                                        • Das Abschalten nach der Arbeit gelingt nicht mehr
                                                        • Hyperaktive Verhaltensweisen
                                                        • Die Aufgaben benötigen immer mehr Energie
                                                        • Eigene Bedürfnisse geraten immer mehr in den Hintergrund
                                                        • Schlafstörungen und Schlafmangel
                                                        • Soziale Kontakte geraten immer mehr in den Hintergrund

                                                        Die Pflege auf verschiedene Schultern verteilen

                                                        Wer berufstätig ist, arbeitet auch nicht 24 Stunden pro Tag. Es gibt einen Feierabend und damit verbunden auch Freiräume, die es ermöglichen, einmal nicht an die Arbeit zu denken. Diese Trennung ist bei der häuslichen Pflege zu Hause natürlich etwas schwieriger zu gestalten. Denn auch am Feierabend leben die Pflegekraft und die pflegebedürftige Person zusammen. Eine Möglichkeit, dem Burnout vorzubeugen ist der Weg, die Pflege auf verschiedene Schultern zu verteilen. Niemand schreibt vor, dass eine Pflege zu Hause immer nur von einer einzigen Person verrichtet werden muss. Vielleicht gibt es in der Familie oder in der Verwandtschaft andere Personen, die einen Teil der Pflege übernehmen können? Vielleicht können auch externe Pflegekräfte einbezogen werden?

                                                        Loslassen kann erlernt werden

                                                        Wer als pflegende Person über freie Stunden verfügt, der sollte auch lernen, diese zu nutzen. Das geschieht natürlich am besten dann, wenn auch eine räumliche Distanz hergestellt wird. Wer sich über längere Zeit für die pflegebedürftige Person aufgeopfert hat, muss erst wieder erlernen, mit der Freizeit adäquat umzugehen. Vielleicht müssen erst Hobbys und Aktivitäten, ja vielleicht auch ein neuer Freundeskreis aufgebaut werden, damit dies gelingt. Die Mitgliedschaft in einem Verein oder einfach ein kreativer Kurs in der Volkshochschule können die notwendige räumliche Distanz herstellen und auch die passende Abwechslung bieten. Und dann werden Sie feststellen. Loslassen ist eine Kunst, die schrittweise erlernt werden kann. Denn was nützt die räumliche Distanz, wenn Sie in Gedanken weiter in der Pflege verweilen. Nein, es ist ein Betrug an einer pflegebedürftigen Person, wenn Sie auch einmal an anderen Aktivitäten Freude haben. Auch andere Menschen können pflegen und wer immer Sie jetzt vertritt, verdient auch Ihr Vertrauen.


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                                                          Die richtige Ernährung für Pflegebedürftige

                                                          Die richtige Ernährung für Pflegebedürftige

                                                          Menschen mit einer Demenzerkrankung können ihre Bedürfnisse nicht immer adäquat artikulieren. Es liegt dann an den Pflegepersonen für die regelmäßige Zufuhr von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen zu sorgen. Medikamentenbedingt kann sich auch ein vermindertes Verlangen nach Speise und Flüssigkeit einstellen. Gleichzeitig kann die Rastlosigkeit mobiler Demenzpatienten zu einem hohen Energiebedarf führen. Rund 60 Prozent der Schlaganfallpatienten leiden unter einer Schluckstörung. Diese kann auch chronisch werden. Eine gesunde Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern pro Tag ist aber unabdingbar, um einem weiteren Schlaganfall vorzubeugen. Behalten Sie in beiden Fällen im Blick, dass die betroffene Person eine ausreichende Zufuhr an Nahrung und Flüssigkeit bekommt.

                                                          Essen, das bedeutet einerseits den Körper mit wichtigen Nähr- und Mineralstoffen, sowie mit Vitaminen zu versorgen. Aber eine Mahlzeit kann auch ein geselliger Akt sein, die zur Förderung der Kommunikation und der Sozialkontakte dient. Pflegebedürftige Menschen artikulieren oft wenig Hunger und wenig Durst. Dies darf jedoch nicht zur Unterversorgung von Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen führen. Wer nur wenig trinkt, gefährdet das Herz, den Blutfluss und fördert die Vergesslichkeit.

                                                          Die Ernährung von Menschen mit Demenzerkrankungen

                                                          Bei der Ernährung von Menschen mit einer Demenzerkrankung stellen sich besondere Herausforderungen:

                                                          1. Die Demenzerkrankung kann zu einem Verlust des Hunger- und Durstgefühls fühlen.
                                                          2. Die Demenzerkrankung kann einhergehen mit einem Rückgang des Geschmacks- und Geruchssinns.
                                                          3. Demenzpatienten können die Fertigkeit des Essens und des Trinkens verlieren, sie verlernen auch die Speisen und Getränke als solche zu verstehen und zu erkennen.

                                                          Als Pflegeperson stehen Sie vor der Aufgabe herauszufinden, wie die Aufnahme der Speisen und Getränke für die an Demenz erkrankte Person am besten gelingt. Welche Zubereitung führt zum Erfolg? Akzeptieren Sie auch, wenn sich der Geschmack der zu pflegenden Person ändert und wenn eine Speise einmal stehen bleibt. Nehmen Sie sich viel Zeit für die Speisen, denn Essen und Trinken können zu den wichtigsten Beschäftigungen der betroffenen Personen werden. Feste Essenszeiten und regelmäßige Trinkpausen können zum Ritual werden und den täglichen Ablauf festigen. Bieten Sie die Speise in kleinen Portionen an. Dies hilft, einer Überforderung vorzubeugen. Achten Sie darauf, dass die betroffene Person ihr Gewicht behält. Fehlender Appetit kann auch aufgrund der Medikamenteneinnahme ausgelöst werden. Die Rastlosigkeit von mobilen Menschen mit einer Demenzerkrankung kann zu einem hohen Energiebedarf führen. Werden durch die Nahrung zu wenige Mineralien, Vitamine und Spurenelemente aufgenommen, so ist auch über eine Zufuhr von fertiger Trinknahrung nachzudenken. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit kann eine Magensonde zur Ernährung eingesetzt werden.

                                                          Wann immer es möglich ist: Binden Sie die an Demenz erkrankte Person mit in die Zubereitung der Speisen ein. So wie das gemeinsame Kochen in der Familie natürlich zu ganz besonders schmackhaften Speisen führt, so bringt führt auch bei Demenzpatienten die Teilhabe an der Zubereitung eine besondere Bindung zur Speise.

                                                          Die Ernährung von Schlaganfallpatienten

                                                          Eine gute Zufuhr von Flüssigkeit (mindestens 1,5 Liter pro Tag) kann weiteren Schlaganfällen vorbeugen. Für die Ernährung von Schlaganfallpatienten wird die sogenannte „Mittelmeerdiät“ empfohlen: Diese verzichtet auf süße und fette Kost und setzt auf die Zufuhr von Meeresfrüchten, Fisch, Gemüsen, Nüssen und Vollkornprodukten. Auch auf rotes Fleisch ist möglichst zu verzichten. Die Salzzufuhr sollte auf maximal 5 Gramm pro Tag begrenzt werden. Achten Sie auf regelmäßige Aufnahme von Vitamin D und Folsäure. Auf Alkohol und Zigaretten sollte gänzlich verzichtet werden. Die gesunde Ernährung sollte mit mäßigem Sport und einem systematischen Bewegungsplan kombiniert werden.

                                                          Rund 60 Prozent der Schlaganfallpatienten leiden in der Akutphase unter einer Schluckstörung. Bei einem Viertel der Patienten kann diese Störung auch chronisch werden. Dieser Herausforderung kann mit breiförmiger Kost oder (falls nötig) mit der Sondenernährung begegnet werden.


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                                                            Das Recht auf Reha für pflegende Angehörige

                                                            Die Pflege eines Angehörigen kann belastbar sein. Wenn sich aufgrund der pflegerischen Aufgaben seelische und körperliche Erschöpfungszustände, Schmerzen und Symptome wie Burnout oder Depressionen zeigen, dann sollten Sie darüber nachdenken, selbst eine Reha oder Kur in Anspruch zu nehmen. Eine solche Maßnahme kann über den Hausarzt beantragt werden.

                                                            Die Pflege eines Angehörigen kann nicht selten mit dem Erreichen der eigenen psychischen und physischen Grenzen verbunden sein. Die Pflege kann zu einer ständigen Bereitschaft und zum Fehlen von Auszeiten führen. Burnout und schwere Erschöpfungszustände und Depressionen können die Folge sein. Nicht wenige pflegende Menschen leiden unter chronischen Schmerzen und werden selbst krank. Doch gute Pflege setzt voraus, dass die pflegende Person selbst gesund ist.

                                                            Wie die Pflege den Pflegenden belastet

                                                            Angehörige, die die Pflege übernehmen, stehen vor großen Herausforderungen. Die Pflegetätigkeit ist eine körperlich sehr anstrengende Tätigkeit. Im Gegensatz zu ausgebildeten Pflegekräften fehlt oft das fachliche Wissen und die Routine, was dazu führen kann, dass die fehlende Technik durch zusätzliche Kraft kompensiert wird. Auch psychisch kommen angehörige Pflegende oft an ihre Grenzen. Das ganze Leben kann sich verändern: Wer früher noch Freizeit und Flexibilität im eigenen Leben kannte, der sieht nun nur noch Verantwortung und Verpflichtung. Wo bleibt da das Zeitfenster für das eigene Leben und die persönlichen Bedürfnisse?

                                                            Abschalten in der Reha

                                                            Während einer Reha für Pflegepersonen stehen die Beschwerden und Krankheiten des Pflegenden im Mittelpunkt. Dies ist eine gute Gelegenheit abzuschalten und den eigenen Körper wieder zu verwöhnen. Hier können pflegende Angehörige wieder lernen, auf sich selbst zu achten, bevor sie selbst zu einem Pflegefall werden. Während zu Hause oft die Zeit fehlt, einmal selbst zum Arzt zu gehen, haben die pflegenden Angehörigen hier die Möglichkeit, sich einmal gründlich durchchecken zu lassen und entsprechende Therapieprogramme zu entwickeln.

                                                            Die Reha mit dem pflegebedürftigen Angehörigen

                                                            Wer sich als Pflegeperson für eine Reha entscheidet, für den stellt sich natürlich auch die Frage: Wohin mit dem pflegebedürftigen Angehörigen? Auf diese Frage gibt es verschiedene Antworten:

                                                            1. Sie nehmen die pflegebedürftige Person mit auf die Reha.

                                                            2. Der pflegebedürftige Angehörige wird in einer Kurzzeitpflegeeinrichtung aufgenommen.

                                                            Geht die pflegebedürftige Person zusammen mit der angehörigen Pflegekraft zur Reha, dann kann die Unterbringung in einem gemeinsamen Zimmer oder in separaten Zimmern erfolgen. Vorab ist zu klären, ob die Einrichtung auch einen entsprechenden Pflegeplatz bereithält. Auch wenn Sie als pflegender Angehöriger in engem Kontakt mit der pflegebedürftigen Person bleiben, verfallen Sie nicht in die Gewohnheit, wieder pflegerische Tätigkeiten zu übernehmen. Wird eine Kurzzeitpflege außerhalb der Rehaeinrichtung genutzt, dann kann diese zu Hause erfolgen oder in einer örtlichen Kurzzeitpflegeeinrichtung. Bisweilen wird die Pflege auch von Verwandten oder Bekannten im Sinne einer Verhinderungspflege übernommen.

                                                            Der Antrag für eine Reha

                                                            Sind Sie privat versichert, dann wird eine solche Reha meist zur Verhandlungssache mit Ihrer privaten Krankenversicherung. Bei einer gesetzlichen Versicherung erfolgt der Antrag auf Reha meist über den Hausarzt. Antragsformulare finden Sie auch im Internet. Legen Sie medizinische Befunde dem Antrag bei. Schildern Sie im Antrag Ihre Beschwerden und mögliche Überlastungserscheinungen aufgrund der Pflegetätigkeit genau. Begründen Sie die Notwendigkeit der Reha oder Kur und schildern Sie die Belastungen, denen Sie durch die Pflege ausgesetzt sind. Beschreiben Sie auch, welche Erwartungen und Ziele Sie mit der Reha verknüpfen. Kommt die Rentenversicherung als Leistungsträger in Frage, so wird der Antrag direkt von der Krankenversicherung an die Rentenversicherung weitergeleitet. Die Genehmigung der Rehamaßnahme erfolgt über einen Genehmigungsbescheid. Gegen eine Ablehnung kann Widerspruch eingelegt werden. Sie haben die Möglichkeit, beim Antrag eine Einrichtung Ihrer Wahl vorzuschlagen. Die endgültige Entscheidung der Reha-Einrichtung wird allerdings von der Krankenkasse getroffen. Stellen Sie den Antrag für eine Reha möglichst frühzeitig, denn die Mühlen der Verwaltung mahlen auch bei den Krankenkassen zu langsam.


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