Schuldgefühle pflegender Angehöriger sind bei der Demenzpflege fast unvermeidlich. Die oft jahrelange Rund-um-die-Uhr-Belastung führt zu Überforderung – und zu Schuldzuweisungen gegen sich selbst. Wichtig ist, diese Gefühle zu verstehen und sich Entlastung zu holen.
Objektive Schuld
Eine objektive Schuld entsteht, wenn tatsächlich ein Pflegefehler passiert – etwa durch Überlastung. Sie zu erkennen, zu benennen und sich ggf. zu entschuldigen, ist der erste Schritt zur Entlastung.
Subjektive Schuld
Subjektive Schuldgefühle brauchen kein Fehlverhalten: Sie entstehen, wenn eigene Bedürfnisse zu lange unterdrückt oder die eigene Familie vernachlässigt wurde – oft durch zu hohe Erwartungen an sich selbst.
Schuldgefühle durch Überforderung
Pflegende Angehörige sind meist keine ausgebildeten Pflegekräfte und geraten „einfach so“ in die Rolle. Fehler sollten dabei selbstverständlich sein dürfen. Werden Schuldgefühle verdrängt, drohen Überfürsorglichkeit, Aggression (siehe Aggressionen bei Demenz) oder Burnout.
Die eigenen Bedürfnisse verstehen
Wer nicht für sich selbst sorgt, ist auch als Pflegekraft keine gute Hilfe. Nutzen Sie Gespräche – mit Angehörigen, Selbsthilfegruppen oder Therapeuten – und holen Sie sich Entlastung, etwa über Kurzzeitpflege oder eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause. Hängen die Gefühle mit einer Depression zusammen, ist professionelle Hilfe sinnvoll. Beratung: Deutsche Alzheimer Gesellschaft.