Demenz ist ein psychiatrisches Syndrom, bei dem erworbene geistige Fähigkeiten fortschreitend verloren gehen. Das Leben mit Demenz verändert den Alltag von Betroffenen und Angehörigen grundlegend – mit dem richtigen Wissen und passender Unterstützung lässt er sich jedoch würdevoll gestalten.
Der lateinische Begriff „demens“ bedeutet „ohne Verstand“. Eine Demenz führt zu Defiziten in den emotionalen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten. Anders als bei einer angeborenen Minderbegabung verliert die betroffene Person nach und nach Denkfähigkeiten, die sie im Laufe des Lebens erworben hat.
Die medizinische Definition der Demenz
Medizinisch wird die Demenz über eine Kombination von Symptomen beschrieben: den zunehmenden Abbau emotionaler, kognitiver und sozialer Fähigkeiten, der berufliche und soziale Funktionen beeinträchtigt. Im Zentrum steht die Gedächtnisstörung – sie beginnt meist im Kurzzeitgedächtnis und führt später zu Störungen der Orientierung. Inhalte des Langzeitgedächtnisses bleiben oft lange erhalten. Nach ICD-10 wird die Demenz über die Schlüssel F00–F03 erfasst.
Formen der Demenz
„Demenz“ fasst verschiedene neurokognitive Störungen zusammen. Häufige Formen sind die Alzheimer-Krankheit, die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz und die frontotemporale Demenz. Seltenere Formen sind u. a. das Korsakow-Syndrom und die Demenz bei Parkinson. Auch Tumore oder ein Hydrozephalus können eine Demenz auslösen – diese kann sich zurückbilden, wenn die Ursache behoben wird.
Verbreitung und Risikofaktoren
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich: Bei den 65- bis 69-Jährigen liegt der Anteil bei rund 1,2 %, bei den über 90-Jährigen bei etwa 34,6 %. Größter Risikofaktor ist das Lebensalter. Als weitere Faktoren gelten Depressionen sowie Bluthochdruck und andere kardiovaskuläre Erkrankungen – viele davon lassen sich beeinflussen (siehe Vorbeugung gegen Demenz).
Diagnostik der Demenz
Wichtige Hinweise liefern die Krankengeschichte und die Beobachtungen der Angehörigen, da die Betroffenen ihre Gedächtnisstörungen oft selbst nicht wahrnehmen. Ergänzend kommen Bildgebung (CT, MRT) und Blutuntersuchungen (u. a. Vitamin B12, Schilddrüsenhormone, Leber- und Nierenwerte) zum Einsatz.
Leben mit Demenz im Alltag
Das Leben mit Demenz verändert sich mit fortschreitender Erkrankung: Einfache Alltagsaufgaben werden zur Herausforderung. Spätestens dann stellt sich die Frage nach zusätzlicher Unterstützung – im Pflegeheim oder, wie viele es sich wünschen, in der vertrauten Umgebung zu Hause. Eine einfühlsame Demenzbetreuung zu Hause erhält Selbstständigkeit und Lebensqualität. Wie die Verständigung trotz Erkrankung gelingt, lesen Sie unter Kommunikation mit Demenzkranken.
Weiterführende Informationen für Angehörige bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. Sie überlegen, Ihren Angehörigen zu Hause betreuen zu lassen? Füllen Sie unverbindlich unseren Bedarfsfragebogen aus.