Heilen lässt sich eine Demenz bislang nicht – die medikamentöse Demenz-Behandlung kann jedoch Symptome lindern und den Verlauf verlangsamen. Vor allem im frühen und mittleren Stadium helfen Medikamente, geistige Fähigkeiten länger zu erhalten.
Neben Mitteln gegen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen kommen häufig auch Präparate gegen eine demenzbedingte Depression zum Einsatz. Welche Wirkstoffe gibt es?
Antidementiva (Acetylcholinesterase-Hemmer)
Für Konzentration und Orientierung braucht das Gehirn den Botenstoff Acetylcholin. Wird er nicht mehr ausreichend produziert, gleichen Acetylcholinesterase-Hemmer den Mangel im frühen bis mittleren Stadium aus. So bleiben Erinnerungs- und Lernvermögen länger erhalten. Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Memantin im fortgeschrittenen Stadium
Im fortgeschrittenen Verlauf wird häufig Memantin verabreicht. Es reguliert den Glutamatspiegel und schützt Nervenzellen vor Schädigung. Schlägt die Behandlung an, bleiben Gedächtnisleistung und Lernfähigkeit länger stabil. Nebenwirkungen können Unruhe, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel sein.
Antidepressiva
Bei der Alzheimer-Krankheit treten oft reaktive Depressionen auf. Fehlen dem Gehirn Botenstoffe wie Serotonin, kann der Arzt ein Antidepressivum verordnen, um Antriebslosigkeit und Mutlosigkeit zu mildern.
Neuroleptika – nur mit Bedacht
Bei aggressivem Verhalten, Verfolgungswahn oder Sinnestäuschungen können Neuroleptika die Symptome dämpfen. Ihr Einsatz ist jedoch nicht ohne Risiko und sollte erst erfolgen, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
Unterstützung bei der Einnahme
Entscheidend ist die regelmäßige Einnahme in der richtigen Dosis – dazu sind Betroffene oft nicht mehr selbst in der Lage. Eine feste Pflegeperson kann daran erinnern; vorsortierte Tabletten helfen zusätzlich. Genau hier unterstützt eine Betreuung zu Hause verlässlich. Weitere Informationen bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.