Auch wenn eine Demenz das Sprechen erschwert, bleibt Kommunikation möglich. Mit Geduld, Blickkontakt, Erinnerungshilfen und nonverbalen Signalen können Angehörige weiterhin einen echten Dialog mit demenzkranken Menschen führen – oft mehr, als man zunächst annimmt.
Eine Demenzerkrankung erschwert die Kommunikation. Nicht nur die verbale Sprache kann eingeschränkt sein, sondern auch die mimische und gestische Verständigung. Das bedeutet jedoch nicht, dass die erkrankte Person nichts mehr mitzuteilen hätte: Sie hat weiterhin Bedürfnisse, die sie äußern möchte. Das Verlangen nach zwischenmenschlicher Nähe geht nicht verloren, nur weil es nicht mehr in Worte gefasst werden kann. Es gibt immer Wege, sich miteinander zu verständigen.
Verständnis für die Situation der betroffenen Person entwickeln
Entscheidend ist, dass sich Angehörige auf das demenzerkrankte Familienmitglied einstellen – umgekehrt ist dies oft nicht mehr möglich. Es hilft wenig, die erkrankte Person darauf hinzuweisen, dass eine Frage bereits beantwortet wurde, denn daran kann sie sich nicht erinnern. Reagieren Sie auf Wiederholungen geduldig und antworten Sie lieber einmal mehr. Nehmen Sie die Gefühle und Äußerungen ernst, auch wenn Gegenwart und Vergangenheit miteinander vermischt werden. Es ist wenig zweckmäßig, die demenzkranke Person von krankheitsbedingten Fehlern überzeugen zu wollen.
Die Kommunikation mit Erinnerungshilfen
Kleine Zettel mit Informationen zum Alltagsablauf erinnern die erkrankte Person kurz und knapp an wichtige Eckpunkte des täglichen Lebens. Sie können am Kühlschrank oder am Badezimmerspiegel kleben – und schon wird vieles einfacher. Auch Fotos mit kurzen Stichwörtern helfen dem Gedächtnis auf die Sprünge. Ein großes Familienfoto kann dabei unterstützen, sich wieder an die Familienmitglieder zu erinnern – vor allem dann, wenn es eine emotional bedeutsame Situation zeigt.
Die Kommunikation ohne Worte
Wenn die demenzkranke Person nicht mehr mit Worten kommunizieren kann, ist Kommunikation trotzdem möglich. Jemanden zu streicheln, in den Arm zu nehmen oder zu massieren sind ebenfalls Formen zwischenmenschlicher Verständigung. Zuwendung bedeutet manchmal mehr als Worte. Auch Bilder, Piktogramme oder die noch vorhandene Fähigkeit zu schreiben können das gesprochene Wort ersetzen.
Wichtige Regeln für die Kommunikation mit Demenzkranken
- Bestätigen statt kritisieren: Konzentrieren Sie sich auf das, was gut gelingt, und loben Sie die erkrankte Person.
- Gelassen bleiben: Wird das Fotoalbum im Kühlschrank abgelegt, räumen Sie die Gegenstände stillschweigend wieder an den richtigen Ort – ohne erzieherische Hinweise.
- Zeit lassen: Menschen mit Demenz brauchen oft Ruhe, um die richtige Antwort zu finden oder den nächsten Schritt zu entscheiden.
- Einbeziehen: Stellen Sie Fragen wie „Hörst Du die Kirchenglocken?“ oder „Wie fühlst Du Dich?“, damit die Person aktiv teilhaben kann.
- Einfache Fragen stellen: Ein „ja“ oder „nein“ ist leicht auszusprechen und hält die Kommunikation am Laufen.
Weiterführende Informationen und Beratung für Angehörige bietet die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.
Eine gelingende Kommunikation mit Demenzkranken ist das Herzstück einer guten Demenzbetreuung zu Hause. Unsere polnischen Betreuungskräfte nehmen sich genau diese Zeit. Gerne beraten wir Sie kostenlos und unverbindlich – oder Sie füllen direkt unseren Bedarfsfragebogen aus.