Demenzerkrankungen und Schlafstörungen

· Margareta Schaffars · Aktualisiert:

Demenz und Schlafstörungen verstärken sich gegenseitig: Die Erkrankung stört den Schlaf – und schlechter Schlaf begünstigt umgekehrt die Entstehung einer Demenz. Für pflegende Angehörige werden die nächtlichen Probleme oft zur größten Belastung.

Schlaf und Gedächtnis

Rund ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Wer dauerhaft schlecht schläft, hat eine geringere geistige Leistungsfähigkeit. Das Hormon Melatonin steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus.

Schlafen im Alter

Im Alter wird der Schlaf flacher, kürzer und unterbrochener. Zwischen Demenz und Schlaf besteht ein enger, wechselseitiger Zusammenhang.

Schlafstörungen und das Demenzrisiko

Schon bei Gesunden erhöhen Schlafstörungen das Demenzrisiko. Besonders die Schlaf-Apnoe – wiederholte Atemaussetzer im Schlaf – wird mit einem deutlich erhöhten Risiko für kognitive Beeinträchtigungen verbunden. Bewegung und gesunde Lebensführung beugen vor (siehe Demenz vorbeugen).

Alzheimer und Schlaf: die Rolle von Beta-Amyloid

Schlafmangel verstärkt die Ablagerung von Beta-Amyloid – einem Mitauslöser der Alzheimer-Krankheit. Im Schlaf arbeitet zudem das „Drainage-System“ des Gehirns, das schädliche Stoffwechselprodukte abbaut.

Wenn die Demenz den Schlaf stört (Sundowning)

Bei bis zu 80 % der Demenzkranken tritt Schlaf-Apnoe auf. Typisch sind ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, Einnicken am Tag sowie Unruhe am Abend – das sogenannte „Sundowning“.

Entlastung für pflegende Angehörige

Gestörte Nächte zehren auch an den Pflegenden. Eine 24-Stunden-Betreuung zu Hause kann nachts entlasten und den Tagesrhythmus stabilisieren. Weitere Hinweise: Deutsche Alzheimer Gesellschaft.

Häufige Fragen zu Schlafstörungen bei Demenz

Was hilft gegen nächtliches Umherlaufen bei Demenz?

Zuerst der Tag: Licht am Morgen, Bewegung und Aktivität am Nachmittag, kein langer Mittagsschlaf. Abends gedämpftes Licht, feste Rituale, kein Koffein und wenig Flüssigkeit spät. Für die Nacht ein beleuchteter Weg zur Toilette, keine losen Teppiche, eine Tür- oder Bettmatte als Signal. Steht die Person trotzdem auf, führen Sie sie ruhig zurück, ohne zu diskutieren – Widerstand verlängert die Wachphase.

Was ist Sundowning und wann tritt es auf?

Sundowning bezeichnet die Zunahme von Unruhe, Angst und Verwirrtheit in den späten Nachmittags- und Abendstunden. Auslöser sind nachlassendes Tageslicht, Müdigkeit, Reizüberflutung am Tagesende und der gestörte Tag-Nacht-Rhythmus. Hilfreich sind früh eingeschaltetes, warmes Licht vor der Dämmerung, ein ruhiger Abendablauf ohne Besuch oder Fernsehen und immer dieselbe Reihenfolge der Handgriffe.

Sind Schlafmittel bei Demenz sinnvoll?

Nur mit großer Zurückhaltung und nie als erster Schritt. Klassische Schlafmittel und Neuroleptika erhöhen bei Demenz das Sturz- und Verwirrtheitsrisiko und können die Symptome verstärken. Vorrang haben nichtmedikamentöse Maßnahmen und die Suche nach körperlichen Ursachen – Schmerzen, Harndrang, Atemaussetzer. Kommt eine medikamentöse Behandlung infrage, gehört sie in ärztliche Hand und wird regelmäßig überprüft.

Wer übernimmt die Nachtstunden, wenn Angehörige nicht mehr schlafen?

Dauerhafter Schlafmangel ist der häufigste Grund, warum häusliche Pflege scheitert. Eine Betreuungskraft im Haushalt ist nachts präsent, begleitet Wege zur Toilette und beruhigt bei Unruhe, sodass Angehörige wieder durchschlafen. Für einzelne Auszeiten lassen sich zusätzlich Verhinderungspflege und Nachtpflege einsetzen.

Stand: September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.

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