Demenz und Depression werden häufig verwechselt – mit Folgen für die Behandlung. Besonders die frontotemporale Demenz zeigt ähnliche Symptome wie eine Depression. Eine frühe, richtige Diagnose ist entscheidend, damit die passende Therapie eingeleitet werden kann.
Wenn Demenz und Depression verwechselt werden
Bei der frontotemporalen Demenz treten im Sozialverhalten Symptome auf, die einer Depression ähneln: Desinteresse, Lustlosigkeit bis hin zur Apathie. Eine falsche Diagnose kann für die Behandlung fatale Folgen haben.
Die Symptome der Depression
Typisch sind Antriebsschwäche, Niedergeschlagenheit und Desinteresse, aber auch Nervosität, Unruhe und Aggressionen. Eine Depression kann plötzlich auftreten und auch das Langzeitgedächtnis beeinträchtigen. Betroffene sind sich ihrer Erkrankung nach der Diagnose meist bewusst.
Unterschiede zur Demenz
Eine Demenz verläuft schleichend und ist anfangs kaum erkennbar; betroffen ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis. Eine Depression bildet sich dagegen meist innerhalb von sechs Monaten aus. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine demenzkranke Person ihr Krankheitsbild nicht mehr selbst einordnen – ein depressiver Mensch in der Regel schon.
Bagatellisieren statt benennen
Menschen mit Depression stellen ihre Einschränkungen deutlich heraus („Ich schaffe das nicht“). Menschen mit Demenz neigen dagegen zur Bagatellisierung und machen oft das Umfeld für Alltagsprobleme verantwortlich.
Die depressive Demenz
Beide Krankheitsbilder können gemeinsam auftreten: Rund die Hälfte der Menschen mit Demenz leidet auch unter Depressionen. Das Erleben des nachlassenden Gedächtnisses und der schwindenden Selbstständigkeit kann depressive Verstimmungen auslösen. Depressive Lebensphasen gelten umgekehrt als Risikofaktor für eine Demenz (siehe Vorbeugung gegen Demenz).
Behandlung der depressiven Symptome
Die Behandlung einer Depression im Zusammenhang mit Demenz ist ein wichtiger Teil der Gesamttherapie. Eine frühzeitige Diagnose beider Krankheitsbilder kann Beeinträchtigungen reduzieren und den Verlauf mildern.
Beratung erhalten Angehörige bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Eine einfühlsame Betreuung zu Hause entlastet zusätzlich – unverbindlich anfragen über unseren Bedarfsfragebogen.